Bild nicht mehr verfügbar.

Kitzbühel ist bereit für das Ski-Spektakel, der "Wilde Kaiser" posiert gelassen im Hintergrund.

Foto: AP/ Schrader

Bild nicht mehr verfügbar.

Und Didier Cuche fand den schnellsten Weg ins Tal.

Foto: APA/ Fohringer

Kitzbühel - Zwar hört eine Gondel der Hahnenkammbahn ohnehin schon auf den Namen Didier Cuche. Und doch ließ der routinierte Westschweizer, der 1998 die Sprintabfahrt in zwei Durchgängen und 2008 die etwas gekürzte Abfahrt auf der Streif gewonnen hatte, der Trainingsbestzeit (1:55,22) noch eine Drohung folgen. "Ein, zwei Sekunden schneller geht es schon noch" , sagte der 35-Jährige, der im Abfahrtsweltcup vor seinem Landsmann und Lauberhorn-Sieger Carlo Janka führt.

Den Österreichern in ihrer quasi historischen Gesamtheit wird Cuche demnach eines nicht wegnehmen können. Den Streckenrekord (1:51,58), aufgestellt von Fritz Strobl anno 1997. Dass dem Brechen desselben eine etwas ausholendere Streckenführung entgegensteht, kann, muss man aber nicht jedem auf die Nase binden. Der Zielsprung, an dem es schon so oft und vor allem in den beiden vergangenen Jahren furchtbare Stürze gab, es 2008 den Amerikaner Scott Macartney (gestern 47.), 2009 den Schweizer Daniel Albrecht (erzählt heute in Kitzbühel, wie es ihm geht) erwischte, wurde entscheidend entschärft. Die Herren Rennfahrer haben in voller Fahrt kaum abgehoben.

"Die Streif ist auch so gefährlich genug" , kommentierte Mario Scheiber, der im Dezember in Gröden mit Platz zwei für das beste Saisonergebnis eines österreichischen Abfahrers gesorgt hatte. "Im oberen Teil gibt es noch genug kleine, lästige Schläge. Aber es muss ja wirklich nicht sein, dass es dir die Ski um die Ohren haut. Auch wenn manche Experten sagen, dass es keine richtige Abfahrt ist, wenn es nicht pausenlos schlägt." Man kann aber davon ausgehen, dass die Piste an Ruppigkeit zulegt von Fahrt zu Fahrt.

Training macht Mut

Abgesehen davon meinte Scheiber, der den Berg um 17 Hundertstel länger geschmückt hatte als Cuche: "Die Bestzeit wäre schön gewesen." Dafür gibt es zwar keinen Preis wie beim Rennen am Samstag (70.000 Euro allein an offizieller Prämie), aber es baut auf. "Ich bin die Abfahrt ja erst einmal gefahren." 2005 und 2007 fiel sie aus, 2006 fiel er, Mario Scheiber, wegen Verletzung aus, 2008 wurde er Zweiter.

Mit Michael Walchhofer kann man auch auf den Hahnenkamm gondeln. Der amtierende Abfahrtsweltcupsieger erwarb sich 2003 den Titel eines Hahnenkammsiegers, der nur jenem zusteht, der die Kombi aus Abfahrt und Slalom gewinnt. 2006 siegte Walchhofer im Abfahrtslauf. "Damals war es viel brutaler" , sagte er, "aber schöner zu fahren war es heute. Ich hab es richtig genossen. Ob das gut für mich ist, wird sich im Rennen zeigen." Das Training jedenfalls macht den Österreichern Mut, just auf der Streif den ersten Saisonsieg zu landen. Walchhofer: "Wir haben das Niveau, dass wir einfach gewinnen müssen. Klar schaut jeder auf sich, aber ein bisschen fahren wir auch für die Trainer und die Serviceleute, die so viel harte Arbeit im Hintergrund leisten."

Klaus Kröll, im Zielschuss mit 138,7 km/h der Schnellste von allen und insgesamt Siebenter: "Ich sehe keine Krise. Nur die Siege fehlen noch."

Das Abschlusstraining findet am Donnerstag bereits um 10 Uhr statt, um einer Schlechtwetterfront zuvorzukommen. Am Freitag wird der Super-G, am Samstag die Abfahrt, am Sonntag der Slalom aufgeführt. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 21. Jänner 2010)

 

Mittwoch-Ergebnisse vom 1. Training für die alpine Ski-Weltcup-Abfahrt der Herren am Samstag in Kitzbühel auf der Streif (3.312 m Streckenlänge):

1. Didier Cuche (SUI) 1:55,22 Minuten - 2. Mario Scheiber (AUT) 0,17 Sekunden zurück - 3. Michael Walchhofer (AUT) 0,36 - 4. Natko Zrncic-Dim (CRO) 0,60 - 5. Aksel Lund Svindal (NOR) 0,66 - 6. Tobias Grünenfelder (SUI) 0,71 - 7. Klaus Kröll (AUT) 0,98 - 8. Patrik Järbyn (SWE) 1,14 - 9. Didier Defago (SUI) 1,17 - 10. Bode Miller (USA) 1,31 - 11. Georg Streitberger (AUT) 1,32. Weiter: 14. Hans Grugger (AUT) 1,70 - 15. Andrej Jerman (SLO) 1,75 - 16. Joachim Puchner (AUT) 1,99 - 18. Werner Heel (ITA) 2,15 - 21. Hannes Reichelt (AUT) 2,27 - 29. Carlo Janka (SUI) 3,22 - 31. Benjamin Raich (AUT) 3,35 - 32. Marco Büchel (LIE) 3,43 - 37. Romed Baumann (AUT) 3,92 - 39. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 4,10 - 57. Markus Dürager (AUT) 7,73 - 58. Manuel Kramer (AUT) 9,10

Disqualifiziert wegen Torfehlers u.a.: Mario Herzog (AUT)

Kein Läufer gestürzt