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Tormann Bitter ersparte den Deutschen beim 34:34 gegen Slowenien ein bitteres Ausscheiden.

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Wiener Neustadt/Innsbruck - Mit Weltmeister Frankreich, Spanien, Slowenien und Polen haben sich am zweiten Tag der Handball-Europameisterschaft in Österreich die ersten vier Teams für die Hauptrunde qualifiziert. Zittern muss hingegen noch Deutschland, dessen Aufholjagd gegen Slowenien immerhin noch mit einem 34:34 und dem ersten Punkt belohnt wurde. Frankreich feierte über Tschechien einen 21:20-Zittersieg, Spanien war beim 34:25 gegen Ungarn erneut souverän. Im vierten Spiel des Tages holte Polen beim 27:24 über Schweden bereits den zweiten Erfolg.

Deutschland kam beim 34:34 gegen Slowenien in der Innsbrucker Gruppe C mit einem blauen Auge davon. "Nach dem Spielverlauf müssen wir mit dem Ergebnis hochzufrieden sein. Dass wir einen Punkt geholt haben, ist unglaublich, dafür und für die Kampfeinstellung gebührt der Mannschaft großes Lob", sagte Deutschlands Trainer Heiner Brand. Zuvor hatte er eine DHB-Sieben gesehen, die nervös und fehleranfällig startete und die Torsperre erst in der zehnten Minute zum 1:4 brach. In der 18. Minute lag man bereits mit 3:10 hinten, verkürzte aber bis zur Pause immerhin auf 11:16. Erst dann startete eine zögerliche Aufholjagd, an deren Ende der Ausgleichstreffer von Christoph Theuerkauf in der Schlussminute stand.

Während Slowenien-Coach Zvonimir Serdarusic zufrieden war ("Ich bin sehr überrascht, was meine Mannschaft in der ersten Hälfte für ein tolles Spiel geboten hat"), war Brand neben der Erleichterung auch Enttäuschung anzumerken. "So kann man nicht Handball spielen. Solche Wunder gibt es nicht oft", merkte er nüchtern an. Im letzten Gruppenspiel am Freitag benötigt sein Team gegen Schweden kein Wunder, sondern nur ein Remis, um als Gruppendritter in die Hauptrunde aufzusteigen.

Denn die Schweden unterlagen in einem harten und kampfbetonten Spiel Polen mit 24:27. Der vierfache Rekordeuropameister hält nach zwei Spieltagen noch bei null Punkten. Dabei begann das Drei-Kronen-Team wie schon am Dienstag überzeugend und führte bereits mit vier Toren. Doch Polen, der WM-Dritte des Vorjahres, kämpfte sich zurück, lag zur Pause schon mit 15:14 in Führung. Diesen Vorsprung bauten die Polen, die konzentrierter zu Werke gingen, kontinuierlich aus. Schweden konnte nur noch einmal ausgleichen (50./22:22).

In Wiener Neustadt sah Frankreich in Gruppe D schon wie der sichere Sieger aus, führte zur Halbzeit mit 16:10. Dann aber arbeiteten sich die Tschechen, gestützt auf eine etwas offensivere Verteidigung und einen groß parierenden Goalie Martin Galia, Tor um Tor zurück. Was zum fast unglaublichen Umstand führte, das der Gegner um den eher unauffälligen Nikola Karabatic zwischen der 33. und der 50. Minute keinen einzigen Treffer landete und in der 48. Minute den Ausgleich kassierte (17:17). Da aber weckte ein gehaltener Konter durch Thierry Omeyer die Favoriten auf, die in der Folge wieder mehr Präsenz zeigten. Dennoch war es Omeyer, der im Finish den knappen 21:20-Erfolg ermöglichte. Für die Tschechen war es immerhin eine Rehabilitation für die am Dienstag erlittene 25:37-Schlappe gegen Spanien.

"Es war ein fantastisches Spiel von Omeyer, wenn er nicht gewesen wäre, hätten wir verloren", sagte denn auch Frankreich-Aufbauspieler Jerome Fernandez. Trainer Claude Onesta ärgerte sich über eine "schlechte zweite Hälfte". Tschechiens Coach Martin Liptak, der auch Österreichs Meister A1 Bregenz trainiert, zeigte sich aufgrund der Steigerung nicht unzufrieden: "Das gibt uns Hoffnung gegen Ungarn." Im direkten Duell der beiden Teams kommt es am Freitag zum Showdown. Mit einem Sieg würden die Tschechen Ungarn noch abfangen.

Denn Ungarn konnte trotz der stimmgewaltigen Unterstützung tausender Fans in der Arena Nova im Abendspiel gegen Spanien die starke Leistung vom Vortag (29:29 gegen Frankreich) nicht wiederholen. Die Iberer, die schon gegen Tschechien glänzten, zogen schnell davon und führten zur Halbzeit mit 17:9. Nach dem Seitenwechsel kam Ungarn nur einmal auf fünf Tore heran (16:21/42.), der Olympiadritte ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und spielte den zweiten Sieg souverän nach Hause. (APA)