"Diese Spiele, die sie ‘Playstation' nennen, sind Gift. Manche Spiele lehren dich zu töten. Sie haben sogar mein Gesicht in einem Spiel verwendet. Du musstest Chavez finden, um ihn zu töten."

Hugo Chavez reitet wieder. Dass der links-populistische Präsident Venezuelas gerade Videospiele in seinen TV-Ansprachen zum Thema macht - zuvor warf er schon Nintendo vor, Selbstsucht und Gewalt zu promoten - kommt wohl nicht zufällig. Mehr noch als Fernsehen wird das junge Genre zum Identifikationsmerkmal globalisierter Medienkultur.

Chavez' Erklärung, warum Playstation böse ist: Kapitalistische Länder (Kapitalismus = "road to hell") verkaufen Spiele, in denen Städte zerbombt werden, um Gewalt zu säen, und um später Waffen verkaufen zu können. Außerdem bewerben Spiele Zigaretten, Alkohol und Drogen, damit die Kapitalisten diese auch verkaufen können.

Seine Lösung: Spielsachen mit erzieherischem Wert, zum Beispiel Puppen, die das indigene Volk abbilden. Schon im Oktober wurde in Venezula ein Gesetz erlassen, das kriegerische Spiele mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.

Herrn Chavez ist wahrscheinlich ziemlich wurscht, dass er bei der Bedeutung der digitalen Unterhaltung nicht ganz auf dem Laufenden ist. Entkleidet von der populistischen Zuspitzung und Instrumentalisierung könnte man aber über die Homogenität der Mainstream-Produkte und die manchmal provokative Inszenierung von Gewalt nachdenken. 

El presidente könnte es ja selbst besser machen. Anstatt vom innenpolitischen Desaster mit dem bösen Ausland abzulenken, könnte er ja ein paar Programmierer anstellen, die anständige Wirtschaftssimulationen für den Nachwuchs schaffen. Irgendwer wird den herabgewirtschafteten Ölstaat (weltweit zweithöchste Teuerungsrate hinter dem Kongo!), egal ob mit oder ohne Verflechtung mit dem Ausland, später wieder aufpäppeln müssen.

"Also, wir machen jetzt alles genauso wie in Modern Warfare 2",
(hat Chavez bei dieser Militärparade in Maracaibo wahrscheinlich nicht gesagt.)