E-Biken empfindet man in Wien als gescheite, saubere und gesunde Form der Mobilität.

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Wien - Geht es nach der Stadt, sollen künftig immer mehr Wiener mit Strom fahren - oder genauer gesagt mit Elektrofahrrädern und -mopeds. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) hat deshalb am Donnerstag eine neue Förderschiene präsentiert. Demnach erhalten Käufer von E-Bikes 30 Prozent des Anschaffungswertes bis zu einer Höhe von 300 Euro ersetzt. Bis einschließlich 31. Dezember werden maximal 1.000 solcher akkubetriebenen Zweiräder gefördert. Überdies sollen heuer zahlreiche Ladestationen in der Stadt installiert werden. Ob die "Abwrackprämie" für reguläre Fahrräder heuer neu aufgelegt wird, ist indes noch nicht entschieden.

Der Vorteil für Zweiradler, künftig einen Akku unter dem Hintern zu haben, lägen auf der Hand, so Sima: Man käme noch schneller im Stau voran und spare Energie beim Treten. Und günstig sei es überdies, versicherte Robert Grüneis, Geschäftsführer des Kooperationspartners Wien Energie: Eine Elektro-Zweirad schlage auf 100 Kilometer mit 70 Cent zu Buche, ein Moped mit Verbrennungsmotor dagegen mit 4 Euro.

Der Vorteil für die Stadt liege in der lokalen Reduzierung von Lärm und Luftimmission, erläuterte die Umweltstadträtin: "Kurzum, E-Biken ist eine gescheite, saubere und gesunde Form der Mobilität." Deshalb will die Stadt in Kooperation mit Wien Energie heuer die Infrastruktur ausbauen. So sollen zahlreiche E-Bike-Stationen in den Innenbezirken - etwa bei Gastronomen oder anderen frequentierten Örtlichkeiten - errichtet werden, bei denen die Akkus geladen werden können.

Rechtlich gesehen

Rechtlich gesehen dürfen E-Bikes nur einen Motor haben, der eine Leistung von 600 Watt und eine Geschwindigkeit von 25 km/h nicht überschreitet. Sonst gilt das E-Bike nicht mehr als Fahrrad, sondern als Moped, was strengere Gesetze wie Ausweis- und Helmpflicht zur Folge hätte. Ab 12 Jahren darf man ohne Begleitung damit unterwegs sein, es sei denn, man hat einen Radfahrausweis erworben. Die Ausrüstungsvorschriften und Promillegrenze von 0,8 sind dieselben wie bei herkömmlichen Rädern.

Eine ähnliche Aktion wie die E-Bike-Förderung hatte im Vorjahr Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) für Bikes ohne E- initiiert: 1.000 Radler erhielten für ihr altes Fahrrad 70 Euro, wenn sie die Rechnung für ein neues vorweisen konnten. Nach dem Start am 10. August dauerte es bis zum 12. November, bis der 1.000. Biker seine Prämie einkassierte. Die Alträder wurden runderneuert und sozialen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Ob die Förderaktion für Radler ohne Akkuunterstützung heuer neu aufgelegt wird, sei noch nicht entschieden, so Schicker: "Es werden derzeit Gespräche mit den Fahrradorganisationen, sowie möglichen neuen Projektpartner geführt. Auch der Abwicklungsprozess wird noch evaluiert." (APA)