"In solchen Fällen rufe ich schon an" bei "Österreich": Kreditgeber Christian Konrad.

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Wien - "Krone" und "Kurier" "wollen die Mediaprint in der jetzigen Form nicht weiterführen", bestätigt Raiffeisenchef Christian Konrad der Branchenzeitung "Horizont": "Wir brauchen Veränderung in der Geschäftsführung und möglicherweise Veränderung im Geschäftsmodell." Eine Beratungsfirma solle "vor allem Reorganisation und Restrukturierung begleiten". "Es muss mit Sicherheit ein Kostenprogramm geben."

Raiffeisen hält die Mehrheit am "Kurier". Die Mediaprintverträge sichern dem "Kurier" 30 Prozent am gemeinsamen Gewinn mit der vielfach größeren "Krone". Konrad sagt nun, der "Kurier" werde selbst aktiver, die Mediaprint vermarkte Anzeigen "schwer Krone-lastig".

Die Mediaprint ist für Jäger Konrad "ein liebes Zebra, viel zu zahm". Manche Mitbewerber agierten "wie Piranhas". Die Mediaprint "lässt alles geschehen".

Konrad zum Raiffeisen-Großkreditnehmer "Österreich": "Totgesagte leben länger." Wenn das Fellner-Blatt schreibt, die Bayern hätten Finanzminister Josef Pröll bei der Hypo "die Leserhose ausgezogen", "in solchen Fällen ruf ich schon an", sagt Konrad.

Im Magazinmarkt - sein "Kurier" hält 25 Prozent am News-Konzern - sieht Konrad "ein Überangebot". Er ist "sicher, dass die Welt nicht untergeht, wenn 'First' nicht mehr erscheint", ein Projekt von News-Boss Oliver Voigt.

Raiffeisen hat laut Konrad keine Ambitionen, ORF 1 oder Ö3 zu übernehmen. "Da war nie was dran", sagt er heute.

Ex-ORF-Chefin Monika Lindner räumt derzeit bei der Raiffeisen-Plakatfirma Epamedia auf. "Das ist unsere Trümmerfrau", sagt Konrad - "als Ehrentitel". (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 22.1.2010)