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Foto: AP/Hermann J. Knippert

Irvine - Gras filtert durch die Photosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid, was unserem Klima zugute kommt. Die intensive Bearbeitung des Rasens in Parks macht diesen Vorteil jedoch zunichte, behaupten Forscherinnen der University of California, Irvine in der Zeitschrift "Geophysical Research Letters". Sie verglichen die Kohlenstoff-senkende Wirkung des Zierrasens mit den Klimafolgen seiner Bearbeitung. Die Bilanz sieht äußerst schlecht aus - zumindest in den vier untersuchten städtischen Parks in Kalifornien.

Zunächst bestimmten die Forscherinnen, wie viel Kohlenstoff Rasen binden kann, worüber Bodenproben-Entnahmen über einen längeren Zeitraum Auskunft gaben. In einem zweiten Schritt berechneten sie die Abgase, die durch Benzinverbrauch bei der maschinellen Bearbeitung ausgestoßen werden. Auch die Wirkung der Düngung wurde berücksichtigt, da bei ihr das aggressive Treibhausgas Distickstoffoxyd (Lachgas) freigesetzt wird.

Ergebnis

Zehn bis 30 Prozent der Kohlenstoff-bindenden Leistung des Rasens geht durch das Lachgas in Summe wieder verloren, so das Ergebnis der Forschung. Weitaus schlimmer jedoch wirken sich Treibstoffabgase von Rasenmäher, Laubsaugern und alle anderen zur Rasenpflege eingesetzten Maschinen aus. Ihre schädliche Wirkung übertrifft die mögliche Photosyntheseleistung der Graspflanzen gleich um das Vierfache, so das Ergebnis der Forscherinnen.

"Rasenflächen sind nett, grün und gesund und filtern viel organischen Kohlenstoff. Ihre Bearbeitung macht diese Vorteile jedoch zunichte", so Studienleiterin Amy Townsend-Small. Da zuviel Benzin in Verwendung sei, könnten Rasenflächen in Summe nicht als Kohlenstoff-Senken gelten. Noch schlechter schnitten die ebenfalls getesteten Rasenflächen von Sportplätzen ab. Blieb die Abgasmenge in der Bearbeitung auch dieselbe, war die natürliche Senkleistung geringer. Als Grund sehen die Forscherinnen den häufigen Rasenwechsel aufgrund der höheren Beanspruchung. (pte/red)