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Der 80-jährige Irinej Gavrilović führt nun die politisch einflussreiche serbisch-orthodoxe Kirche an.

Foto: AP/Vojinovic

Belgrad - Der Bischof von Niš, Irinej Gavrilović, ist am Freitag zum 45. Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. Die Bischofskonferenz hielt sich an die vielfach umstrittene traditionelle Wahlprozedur: Zuerst wird geheim so lange abgestimmt, bis sich die geistlichen Würdenträger auf drei Kandidaten einigen. Dann mischt ein Mönch die verschlossen Umschläge mit den Namen der Bischöfe und lost den Patriarchen aus. Zuvor wird der Heilige Geist herbeigerufen, der auf diese Weise für die Wahl des neuen Patriarchen mitverantwortlich ist. Diese Wahlprozedur wurde eingeführt, um die Autonomie der Kirche bei der Patriarchenwahl zu erhalten und den Einfluss des Staates zu beschränken.

Der als moderat geltende 80-jährige Gavrilović folgt auf den im vergangenen November verstorbenen Patriachen Pavel. Ein Teil der serbischen Geistlichen ist nationalistisch und antieuropäisch gesinnt. Gavrilović wird am Samstag ins Amt eingeführt. (iva/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2010)