Auch Lungenkrebspatienten sollten Wissenschaftern zufolge noch ein Interesse daran haben, mit dem Rauchen aufzuhören: Von den Patienten, die das Rauchen nach der Krebsdiagnose seinließen, waren fünf Jahre später nach verschiedenen Studien noch 63 bis 70 Prozent am Leben, wie Forscher der britischen Universität Birmingham in einer am Freitag veröffentlichten Auswertung feststellten. Von den Krebspatienten, die weiterrauchten, lebten demnach nur noch 29 bis 33 Prozent.

Dies deute darauf hin, dass Rauchen nicht nur Krebs verursachen, sondern auch das Fortschreiten des Tumors begünstigen könne, hieß es in der Untersuchung, die in der Online-Ausgabe des "British Medical Journal" erschien. Eine wissenschaftliche Studie von 2003 hatte ergeben, dass Langzeitraucher ein zwanzigmal höheres Lungenkrebsrisiko als Nichtraucher haben.

Ende des vergangenen Jahres schrieben Forscher im Journal Annulas of Oncology, mit der sinkenden Zahl der Raucher habe sich auch die Zahl der Krebstoten in Europa verringert. Innerhalb von zehn Jahren sei die Krebstodesrate bei Männern um neun, die der Frauen um acht Prozent gesunken. Die Gruppe hatte die Zahl tödlicher Krebserkrankungen in den Jahren 1990 bis 1994 mit denen des Zeitraums von 2000 bis 2004 verglichen. Ergebnis: In den 27 EU-Ländern ist die Krebstodesrate bei Männern von rund 185 auf 168 pro 100.000 Menschen im Jahr gesunken, bei den Frauen von etwa 105 auf 97. Bemerkenswert blieben große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und auch zwischen den Geschlechtern. (DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. 1. 2010)