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Ein Soldat mit Überresten des abgestürtzen Passagierflugzeugs.

Foto: Reuters/Mohamed Azakir

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Mit Schiffen wird nach Überlebenden des Absturzes einer Boeing 737 der Ethiopian Airlines gesucht.

Foto: Reuters/Sharif Karim

Beirut - Vor der libanesischen Küste ist am frühen Montagmorgen ein Flugzeug mit 90 Menschen an Bord abgestürzt. Die Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines war auf dem Weg von Beirut nach Addis Abeba. Eine Armada von Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern hat am Montag nach Überlebenden gesucht. Bis zum Nachmittag wurden 24 Tote geborgen, Hinweise auf Überlebende gab es nicht.

Nach Angaben der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines befanden sich 82 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord. Bei den Passagieren handelte es sich überwiegend um Libanesen und Äthiopier. In der Maschine befand sich auch die Frau des französischen Botschafters im Libanon, Marla Sanchez Pietton. "Der Kontrollturm begleitete den Piloten beim Start und verlor plötzlich den Kontakt", sagte Verkehrsminister Ghazi Aridi. Die Maschine war auf dem Weg in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba.

Pilot ignorierte Anweisungen

Der Pilot hat nach Angaben des libanesischen Verteidigungsministers Elias Murr vor dem Unglück die letzten Instruktionen des Towers ignoriert. Der Kontrollturm in Beirut habe den Piloten der Ethiopian Airlines wegen eines Sturms zur Umkehr aufgefordert, stattdessen sei die Maschine in die entgegengesetzte Richtung weitergeflogen, sagte Murr im libanesischen Fernsehen. "Wir wissen nicht, was passiert ist und ob der Pilot das Flugzeug noch unter Kontrolle hatte", fügte der Minister hinzu.

Anschlag unwahrscheinlich

"Schlechtes Wetter war offenbar die Ursache des Absturzes", sagte Verteidigungsminister Elias Murr vor Journalisten. Zum Zeitpunkt des Starts herrschte in Beirut regnerisches und stürmisches Wetter, Augenzeugen sprachen von einem Feuerball. Ein Anschlag galt als unwahrscheinlich. "Wenn es eine Explosion gibt, dann bleibt nichts übrig", sagte Murr. Die Rettungskräfte hätten aber schon Teile des Flugzeugs gefunden. "Wir setzen die Suchaktion fort in der Hoffnung, Überlebende zu finden", sagte Murr.

Bei der Suchaktion vor der Küste übernahm das deutsche Versorgungsschiff "Mosel" die Koordinierung. Das Boot sei seit 06.15 Uhr MEZ an der Absturzstelle und stimme die Suche mit der libanesischen Marine, dem deutschen Minensuchboot "Laboe" und mehreren Hubschraubern ab, teilte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam mit. An der Suche beteiligte sich ein Hubschrauber der italienischen Fregatte "Zeffiro", die sich in Beirut befindet, sowie ein libanesischer Polizeihubschrauber. Die UNIFIL-Mission wurde 2006 vom UN-Sicherheitsrat beschlossen und soll vor allem Waffenschmuggel in das Land unterbinden.

Am Flughafen von Beirut versammelten sich schockierte Angehörige, die auf Neuigkeiten warteten. Ministerpräsident Hariri kam zum Flughafen, um den Angehörigen sein Mitgefühl auszusprechen. Er ordnete für Montag Staatstrauer an. Auch in Äthiopien wurde der Montag zum Trauertag erklärt.

Bei schlechtem Wetter gestartet

Flug ET-409 war um 2.35 Uhr Ortszeit vom internationalen Flughafen Beirut bei schlechtem Wetter gestartet, 25 Minuten später als planmäßig. Schon kurz danach, so teilte Ethiopian Airlines mit, ging der Funkkontakt mit der Maschine verloren. Augenzeugen schilderten, dass sie ein lautes Geräusch gehört hätten, danach sei ein Flugzeug brennend ins Wasser gestürzt. Ein Flughafensprecher berichtete von einem Blitz, der ins Flugzeug eingeschlagen haben könnte.

Moderne Fluglinie

Ethiopian Airlines hat in Sachen Sicherheit einen guten Ruf und gehört neben South African Airways und Kenya Airways zu den drei größten Flugunternehmen Afrikas. Anfang Jänner musste eine Boeing 757 der Linie in Malta notlanden. Andere Zwischenfälle liegen weit zurück: Im November 1996 wurde eine Maschine auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi von Luftpiraten entführt. Sie stürzte wegen Treibstoffmangels vor den Komoren ins Meer, 125 der 175 Menschen an Bord starben. Im September 1988 war eine Boeing 737 in Äthiopien abgestürzt, 31 der 105 Menschen an Bord starben. (APA)