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Reinfried Herbst becarvt ein Wohnzimmer namens Planai.

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Zwei von cirka 50.000 Zeugen...

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Schladming - Vorjahressieger Reinfried Herbst hat am Dienstagabend den alpinen Ski-Weltcup-Nachtslalom in Schladming gewonnen. Der 31-Jährige setzte sich mit Laufbestzeit im Finale klar vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen (+0,56 Sek.) sowie Manfred Pranger (0,82) durch, der nach dem ersten Durchgang noch überlegen vor Herbst geführt hatte. Benjamin Raich (0,91) wurde Vierter und baute damit seine Führung im Gesamtweltcup aus.

Damit ging vor 50.000 begeisterten Fans auch eine Durststrecke zu Ende. Am 21. Dezember hatte Herbst in Alta Badia für den bis Dienstag letzten Sieg der ÖSV-Herren gesorgt. Er selbst beendete nach zehn sieglosen Rennen mit dem ersten Erfolg im Olympia-Jahr diese Negativ-Serie, carvte nach zwei Ausfällen in Folge auf dem steilen Schladminger Eislaufplatz namens Planai zum dritten Saisonsieg. "Ein Märchen! Ein Traum", packte der 31-jährige Salzburger seine Gefühle in Worte.  Nach Lauf eins hinter dem souveränen Pranger Zweiter, attackierte Herbst im Finale voll. "Im ersten Lauf habe ich mir vom Eis noch die Schneid abkaufen lassen. Aber dann war ich so fokussiert, dass ich im zweiten auch in Kauf genommen hätte, dass ich rausfliege", meinte der Unkener. 

Schadensbegrenzung bei Pranger

Während sich Herbst mit seinem dritten Saisonsieg nicht nur den Siegerscheck über 27.500 Euro schnappte, sondern auch knapp vor Julien Lizeroux - der Franzose wurde unmittelbar vor den beiden Japanern Naoki Yuasa und Akira Sasaki Siebenter - die Führung im Slalom-Weltcup zurückholte, musste sich Pranger einen Tag nach seinem 32. Geburtstag mit Platz drei zufriedengeben. In Lauf eins hatte er mit Nummer eins noch einen Traumlauf hingelegt und erstmals in Schladming geführt, mit Nummer 30 klappte im Finale dann aber gar nichts mehr.

"Ich wollte voll attackieren, bin aber schon am Start mit dem Stock ausgerutscht", erklärte der Tiroler. Dann folgte noch ein Rutscher, "nach sechs Toren habe ich deshalb abgestellt", gestand Pranger. "Ich wollte nach meinen drei Ausfällen endlich wieder auch mal ins Ziel kommen. Deshalb ist Platz drei auch nicht schlecht. Aber natürlich will man gewinnen, wenn man sechs Zehntel voraus liegt", so Pranger.

Raich komplettierte als Vierter den ÖSV-Erfolg und führt jetzt in der Weltcup-Gesamtwertung mit 903:829 Punkten gegenüber dem Schweizer Carlo Janka. Trotzdem gab sich der viermalige Schladming-Sieger schaumgebremst: "Besser als nichts. Es ist gut, aber nicht das, was ich wirklich will."

Matts Felle schwimmen davon

Mit Marcel Hirscher (11.) und Patrick Bechter (17.) kamen zwei weitere Österreicher in die Punkte, Mario Matt hingegen verpasste als 39. einmal mehr die Qualifikation klar. Wolfgang Hörl, zur Halbzeit noch Zehnter, schied im Finale aus.

Damit hat Hirscher nach wie vor die besseren Karten im Kampf um das vierte Slalom-Olympia-Ticket. Den Salzburger tröstet das vor dem Showdown kommendes Wochenende in Kranjska Gora aber kaum. "Es war erstmals in dieser Saison total eisig. Es ist bitter, wenn man nicht zeigen kann, was man kann", ärgerte sich Hirscher. "Es ist für mich das wichtigste Rennen neben Olympia, ich bin enttäuscht." (APA/red)