Wien - Damit der Schiurlaub in den bevorstehenden Energieferien nicht im Krankenhaus endet, sollten laut Spitalsärztechef und Unfallchirurg Harald Mayer ein paar einfache, aber wichtige Dinge beachtet werden: vor der Abfahrt aufwärmen, defensiv und mit angemessenem Tempo fahren, regelmäßige Pausen einlegen und auf ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr achten. "Doch vor allem eines sollte selbstverständlich sein: einen Helm zu tragen. Denn mit Helm reduziert sich das Risiko einer schweren Kopfverletzung um mehr als die Hälfte", so Mayer Donnerstag in einer Aussendung.

Etwa 60.000 Österreicherinnen und Österreicher verletzen sich jedes Jahr beim Schi- und Snowboardfahren und müssen im Spital behandelt werden. Durchschnittlich jeder Zehnte zieht sich eine Verletzung am Kopf zu - mit teils lebensbedrohlichen Frakturen. Der Spitalsärztechef plädiert für eine bundesweite Helmpflicht nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Die eingeführte Helmpflicht für Kinder bis 15 Jahre zeige bereits Erfolg, die Zahl der schweren Kopfverletzungen in dieser Altersgruppe sei rückläufig. Mittlerweile tragen laut Schätzungen etwa neun von zehn Kindern beim Wintersport einen Schihelm. 

Zu viele Schifahrer auf den Pisten

Auf Österreichs Schipisten tummeln sich jährlich etwa neun bis zehn Millionen Menschen, die rund 600 Millionen Mal mit dem Schilift befördert werden. Mayer warnt jedoch vor einer "Übervölkerung" der Pisten und fordert die Liftbetreiber dazu auf, nicht die Liftkapazitäten völlig auszuschöpfen, sondern nur so viele Menschen zu befördern, wie die Pisten tatsächlich verkraften. Die Wintersaison bedeutet Hochsaison in den unfallchirurgischen Abteilungen und Ambulanzen der österreichischen Spitäler. Stürze, der Großteil davon ohne Fremdverschulden, sind die überwiegende Unfallursache.

"Die häufigsten Schiverletzungen sind Kreuz- und Seitenbandrisse im Knie, bei Snowboardern sind am häufigsten Verletzungen der Arme, speziell des Handgelenks, zu beobachten. Das typische Unfallopfer ist männlich zwischen 20 und 40 Jahre", so der Unfallchirurg. Mehr als ein Viertel der Unfälle ist auf zu schnelles Fahren und Übermut zurückzuführen. Auch lassen Konzentration und Kraft nach einiger Zeit nach. Mayer: "Viele überschreiten ihre körperlichen Grenzen und vergessen, regelmäßig Pausen einzulegen, um sich auszuruhen, zu essen und zu trinken. Wobei Alkohol auf der Piste ein absolutes Tabu sein und wenn erst nach dem Sport im Tal maßvoll konsumiert werden sollte." (red)