Wien - Bei einem Side-Event der internationalen Konferenz von United Nations against Transnational Organised Crime and the protocols thereto (UNTOC) in dieser Woche in Wien haben internationale Nicht-Regierungs-Organisationen wie Lefö gefordert, beim Kampf gegen Menschenhandel die Opfer stärker miteinzubeziehen.

Der UN-Sonderberichterstatter über Folter Manfred Nowak betonte die Wichtigkeit einer umfassenden Fokussierung auf Menschenhandel: "Jegliche Anstrengungen, Menschenhandel zu bekämpfen, werden erfolglos bleiben, wenn die Betroffenen selbst nicht im Fokus der Interessen stehen und deren Schutz gewährleistet wird."

Nowak war gemeinsam mit anderen VertreterInnen von NGOs eingeladen, bei diesem Event zu sprechen, das parallel zu den UN-Verhandlungen von Regierungsdelegationen zu den Protokollen zu Menschenhandel statt fand. Diese Protokolle haben zum Ziel, dem Handel mit Menschen vorzubeugen, diesen
zu bekämpfen und rechtlich zu sanktionieren; dabei wird besonders auf den Handel mit Frauen und Kindern Bezug genommen.

Kritik an mangelndem UN-Einsatz

GAATW (Global Alliance against Traffic in Women / GAATW), mit Sitz in Bangkok, ist ein Netzwerk von über 90 Organisationen, die sich weltweit im Bereich Menschenhandel engagieren. LEFÖ, GAATW-Mitglied und in Österreich seit über 10 Jahren im Bereich Frauenhandel aktiv, betonte zu diesem Anlass, die Betroffenen in den Mittelpunkt lösungsorientierter Maßnahmen zu stellen. Evelyn Probst, von der LEFÖ-Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel, stellte in diesem Zusammenhang fest: "Während internationale Rechtsvorschriften zu Menschenhandel seit über zehn Jahren diskutiert werden, kann von Seiten der Vereinten Nationen bisher nur ein begrenzter Fortschritt festgestellt werden".

Effektiver durch Fokus auf Betroffene

Ana Revenco, Vertreterin des europäischen Netzwerks gegen Menschenhandel La Strada International, machte anlässlich dieses Events deutlich, dass durch Fokussierung auf transnationale Strategien und Gesetzgebungen der Blick auf die Betroffenen oftmals verloren geht: "International gesetzte Maßnahmen könnten effizienter und erfolgreicher sein, wenn die Bedürfnisse und Interessen der Betroffenen im Zentrum stehen würden."

Die Regierungen von Österreich, Mexiko, Kanada sowie von Norwegen gaben ihre Unterstützung zur Entwicklung einer umfassenden, menschenrechtsorientierten Überprüfung der bestehenden Gesetzgebungen im Bereich Menschenhandel bekannt. Außerdem unterstützen sie die Arbeit bestehender NGOs und fordern
deren Anerkennung als gleichberechtigte PartnerInnen, da gerade sie häufig die erste Anlaufstelle betroffener Personen darstellen und eine daher eine besonders wichtige Rolle einnehmen. (red)