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Roger Federer zieht durch.

Foto: APA/AP/Brownbill

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Die Erinnerung an die Errungenschaften Fred Perrys (im Bild dessen Standbild am Eingang des All England Lawn Tennis and Croquet Club in Wimbledon) lastet seit Jahrzehnten auf jeder britischen Tennishoffnung. Derzeit spürt das Andy Murray.

Foto: Reuters/Doherty

Melbourne - Das Herren-Einzelfinale der heurigen Tennis-Australian-Open lautet Roger Federer gegen Andy Murray. Hatte sich der als Nummer fünf gesetzte Brite Murray am Donnerstag im Halbfinale gegen den Kroaten Marin Cilic (Nr. 14) in vier Sätzen durchgesetzt, gewann der topgereihte Schweizer Federer am Freitag gegen Jo-Wilfried Tsonga überaus souverän in nur 88 Minuten 6:2,6:3,6:2.

Der Weltranglisten-Zehnte aus Frankreich wurde in der Partie vor 15. 000 Zuschauern vom ersten Ballwechsel an dominiert. Der 22-Jährige musste bereits sein zweites Aufschlagsspiel abgeben und lief dem fast fehlerlos agierenden Federer anschließend nur noch hinterher. "Ich bin sehr glücklich über meine Leistung", sagte Federer: "Es lief mit dem frühen Break ideal für mich, ich bin aber sicher, dass es im nächsten Spiel nicht so einfach wird."

Dieses nächste Matcht ist natürlich das für Sonntag angesetzte Endspiel. Es bringt das elfte Aufeinandertreffen von Federer und Murray. Der Schotte führt im Head-to-Head 6:4, die jüngsten beiden Begegnungen gingen aber an Federer. Für den Eidgenossen geht es um den Gewinn seines 16. Grand-Slam-Titels, für Murray um seinen ersten. Er wäre der erste britische Gewinner eines Major-Titels seit Fred Perry im Jahr 1934.

Schon nach einer Stunde führte Federer in seinem 23. Grand-Slam-Halbfinale in Serie mehr als vorentscheidend mit 2:0 Sätzen. 28 Minuten später verwandelte der Basler den zweiten Matchball zum ungefährdeten Sieg. Tsonga erspielte sich in einem einseitigen Match keine einzige Breakmöglichkeit. Nun greift Federer nach dem vierten Titel in Melbourne nach 2004, 2006 und 2007.

Doch Federer ist gewarnt, der 22-jährige Murray hat von zehn Duellen sechs gewonnen - die beiden jüngsten allerdings verloren. Auch der bisher einzige Vergleich in einem Major-Finale ging bei den US Open 2008 in drei Sätzen klar an den Weltranglistenersten. "Andy ist ein armer Kerl", sagte Federer im Sieger-Interview auf dem Center Court der Rod Laver Arena. "Ich weiß, er will den ersten Titel für die Briten holen in...ich glaube, es sind 150.000 Jahre."

Murray "frisch und topfit"

Seit Jahrzehnten warten die Briten schon auf einen neuen Fred Perry. Die Legende der bisher letzte Brite, der 1934 in Australien gewonnen hat. Murray ist nun der neue britische Hoffnungsträger. Während er in Wimbledon bestürmt wird, ist es in Melbourne vergleichsweise ruhig um den Schotten. "Man spürt den Druck hier fast gar nicht", meinte Murray, für den es am Sonntag auch um zwei Millionen Dollar Preisgeld geht. "Hier lese ich keine Zeitungen und auch im Fernsehen kommt nichts über mich. Himmlisch, es ist wirklich ganz anders als in Wimbledon."

Körperlich fühlt sich Murray vor dem Angriff auf seinen ersten Major-Titel in bester Verfassung. "Eines kann ich versprechen", meinte der Weltranglistenvierte, "für das Finale bin ich frisch und topfit - geistig und körperlich." Die Nerven sollen im zweiten Grand-Slam-Finale gegen Federer diesmal nicht das Problem sein. "Alles war so neu für mich und alles ist so schnell gegangen." (red/APA/sid)