Bild nicht mehr verfügbar.

Grafik: APA

Wien - Die Elektrohandelskette Cosmos schlittert wie erwartet in die Insolvenz. Am Freitag wurde der Ausgleich beantragt, über den sich das Unternehmen entschulden will. Laut Ausgleichsantrag sollen 195 der derzeit 1.160 Mitarbeiter abgebaut und fünf der 27 Filialen zugesperrt werden, wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) der APA mitteilte. Cosmos ist mit rund 5 Mio. Euro überschuldet: Aktiva von 34,3 Mio. Euro stehen Passiva von 39,5 Mio. Euro gegenüber. Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent geboten, zahlbar binnen zwei Jahren.

Erhebliche Umsatzrückgänge

Als Insolvenz-Ursache nennt die Cosmos Elektrohandels GmbH & Co KG mit Sitz in Wien 23 in ihrem Ausgleichsantrag von Freitag, dass nach "erheblichen" Umsatzrückgängen bereits im Jahr 2008 auch das Jahr 2009 "deutlich schlechter als geplant" verlaufen sei. Die Gehälter für die zuletzt 1.160 Mitarbeiter wurden demzufolge noch bis inklusive Dezember bezahlt, die Jänner-Gehälter nicht mehr, wie der Leiter der KSV-Insolvenzabteilung, Hans-Georg Kantner, sagte.

Kantner geht davon aus, dass wie bei den meisten Ausgleichen üblich auch Cosmos den Gläubigern möglicherweise mehr zahlen wird als die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent. Diese Quote wird laut Kantner von Cosmos für die 24,4 Mio. Euro Verbindlichkeiten geboten. Von der Insolvenz sind neben den Dienstnehmern zirka 630 Gläubiger betroffen, zum größten Teil Lieferanten. Forderungen sind bis 10. März anzumelden.

Die Passiva von Cosmos fallen unter Einrechnung zusätzlicher Verbindlichkeiten infolge des Ausgleichs selbst jetzt etwas höher aus. Wurden zuletzt Passiva von 35 Mio. Euro genannt, die Aktiva von 34 Mio. Euro gegenüberstehen, war am Freitag im Ausgleichsantrag von 39,5 Mio. Passiva und 34,3 Mio. Aktiva die Rede. Die Zusatzpassiva im Ausgleich beziffert der KSV mit insgesamt 8,6 Mio. Euro.

Überprüfung des Sanierungskonzeptes

"Erst Überprüfungen in den kommenden Wochen werden zeigen, ob die angebotene Quote als angemessen qualifiziert wird und der angestrebte Ausgleich somit von den Gläubigern akzeptiert werden kann", so der KSV. Dabei werde vor allem das Sanierungskonzept der Geschäftsleitung und die Herkunft der für die Erfüllung der Ausgleichsquote errechneten Gelder einer genauen Prüfung zu unterziehen sein. Für 24. März ist die Ausgleichstagsatzung anberaumt.

Cosmos hatte zuletzt offenbar keine Bank, die einen Betriebsmittelkredit finanziert hätte, sondern verfügte laut Medienberichten nur über Cash-Guthaben auf Girokonten. "Cosmos hat derzeit keinen Kontokorrentrahmen. Wenn ein Handelsbetrieb nur noch Barzahlungsgeschäfte zur Bestückung des Sortiments machen kann, dann läuft das auf Zahlungsunfähigkeit hinaus", wird Cosmos-Anwalt Alexander Isola im "WirtschaftsBlatt" (Freitag) zitiert.

Mehrere Kreditversicherer hatten zuletzt die Lieferantenkredite nicht mehr besichern wollen und auf einem Kapitaleinschuss bzw. einem nicht rückzahlbaren Gesellschafterdarlehen der Eigentümer in die Cosmos-Einkaufsgesellschaft gepocht.

Hoher Wettbewerbsdruck

Der Elektrohändler wurde 1987 gegründet und hatte sich bis zur Nummer zwei im Bereich des Einzelhandels von Elektronikartikeln in Österreich nach vorn gearbeitet, nach Saturn/Mediamarkt. Derzeit beläuft sich der Marktanteil laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) auf 9 Prozent. Letztlich habe der hohe Wettbewerbsdruck durch den Marktführer Mediamarkt/Saturn sowie der Preisverfall im Bereich der Unterhaltungselektronik generell zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt, so der AKV am Freitag.

Zu Buchwerten sieht der AKV bei Cosmos keine Überschuldung: Bei Aktiva zu Buchwerten von 34,3 Mio. seien 19,5 Mio. Warenvorräte angesetzt, wo jedoch der Wertansatz an sich sowie allfällige Aussonderungsrechte zu berücksichtigen seien. Passivseitig würden bei Gesamtverbindlichkeiten von 30,9 Mio. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung mit Buchwerten um 16,1 Mio. Euro ins Gewicht fallen, so der AKV. (APA)