Wels - Die Sport Eybl & Sports Experts AG mit Sitz in Wels plant bis 2020 einen Umsatz von 1 Mrd. Euro. Wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) am Freitag berichteten, sollen die Erlöse im laufenden Jahr 2009/10 (per 31. August) von 378 auf 390 Mio. Euro steigen. An der geplanten Ebit-Marge von mehr als 3 Prozent des Umsatzes sei man "knapp dran", so Finanzvorstand Rolf Frischknecht.

Der Sportartikelhandel ist laut der jüngsten Bilanz des Einzelhandels einer der großen Gewinner des Vorjahres, diese Entwicklung dürfte sich auch im laufenden Winter durchsetzen. "Wir verzeichnen nach dem guten Vorjahr heuer ein Plus von 5 bis 10 Prozent", erklärte Vertriebsvorstand Peter Wahle. Der Schnee werde die Nachfrage nach Wintersportartikeln erhöhen. Allerdings seien es nicht die Ski, die den Wachstumsschub bewirkten, sondern das steigende Interesse an Winterbekleidung und Zubehör. Bei den Helmen mache sich das steigende Angebot an vergünstigten Produkten bemerkbar, die Preise würden fallen.

Die beiden Vorstandsmitglieder, deren Verträge eben um weitere fünf Jahre verlängert worden seien, wollen innerhalb von fünf Jahren eine halbe Mrd. Umsatz erreichen. Bis 2020 will das Familienunternehmen die Erlöse auf 1 Mrd. Euro mehr als verdoppeln. "Wobei es uns vor allem auf ein profitables Wachstum ankommt, das wir aus dem Cash-Flow finanzieren", sagte Frischknecht.

Ambitionierte Wachstumsziele

Die ambitionierten Wachstumsziele, die das Unternehmen unter die Top fünf Europas führen würden, sind freilich allein mit organischem Wachstum in Österreich nicht erreichbar. "Wir wollen zwar unseren Marktanteil auf mehr als 30 Prozent steigern. Aber wir halten die Augen auch offen für Zukäufe", so Wahle. Der neue Sport Eybl in Passau entwickle sich den Erwartungen entsprechend gut. "Wir haben aber auch andere umliegende Länder im Visier", sagte Frischknecht, der dabei Tschechien und Ungarn nicht ausschließt. In diesen beiden Ländern ist Lieferant Intersport mit eigenen Filialen aktiv. Die Expansion könnte laut "OÖN" in die Slowakei, nach Polen oder Bulgarien führen.

Dass in Deutschland Karstadt zu haben wäre, sei für Sport Eybl & Sports Experts kein Thema, so die Vorstände. "So große Brötchen backen wir nicht." Von sportlichen Großereignissen erwarten die beiden Firmenchefs nicht sehr viel. "Die Olympischen Spiele in Vancouver finden im Februar statt. Da ist das Wintergeschäft bereits vorbei. Und die Fußball-WM in Südafrika verspricht nicht die große Euphorie, wie sie jene in Deutschland zu entfachen vermochte." (APA)