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Kriminalkommissar Harry Hole hat nach der Aufklärung der aufsehenerregenden Serienmorde (Schneemann) eine Auszeit genommen und ist opiumrauchend in der Unterwelt von Hongkong versackt. Dort wird er von einer Abgesandten der norwegischen Polizei aufgespürt und zur Rückkehr nach Europa überredet. Denn man hat wieder ein Problem in Oslo. Eine Reihe von Menschen, die anscheinend nichts miteinander verbindet, wird mit einem besonders bösartigen Folterinstrument umgebracht. Gleich gerät Hole in Konflikt mit einer konkurrierenden Dienststelle, die sich beim Ministerium einschleimen will. Erst als eine Politikerin unter den Opfern des Serienmörders ist, ist die Öffentlichkeit alarmiert. Harry, der von etlichen Kolleginnen inoffiziell unterstützt wird, stellt fest, dass alle Ermordeten auf einer Hütte in den Bergen übernachtet haben. Jo Nesbo lockt seine Protagonisten und damit auch die Leser in viele Sackgassen. Was erst logisch erscheint, entpuppt sich als falsche Spur, Hauptverdächtige müssen freigelassen werden, weil sie ein Alibi haben, und das Kriminalamt schiebt die Misserfolge auf Harry Hole. Der dicke Band ist ein wahres Labyrinth, der Mörder fast schon überirdisch schlau, und die dramatischen Situationen würden auch für drei Krimis langen. Keine Frage, am Bestseller führt hier kein Weg vorbei! (Ingeborg Sperl/ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 29./30.01.2010)