Wien - Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) tritt neben einer internationalen Finanztransaktionssteuer auch für eine Verlängerung der Spekulationsfristen ein. Er begründet dies in den "Salzburger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe) mit dem Bedarf nach einem Steuersystem, das "soziales und ökologisches Wirtschaften belohnt und Spekulationen erschwert und verteuert". Voll auf ÖVP-Linie liegt er damit derzeit nicht.

Die Abschaffung der Spekulationsfristen bei Wertpapieren ist eine Forderung der SPÖ, die sich damit bei der ÖVP bisher eine Abfuhr geholt hat. Zum Jahreswechsel erst hatte Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka "gerade zum jetzigen Zeitpunkt" vor einem solchen Schritt gewarnt, da der Aktienmarkt noch sehr volatil sei. Pühringer spricht sich in den SN für eine transnationale Finanztransaktionssteuer aus, diese würde "einige Hundert Millionen Euro" bringen und "sicher nicht den Durchschnittsbürger" treffen. Neben internationalen Ansätzen sei das Problem aber auch "national lösbar", sagt er, und hier könne man eben über die Spekulationsfristen nachdenken.

Die Frist beläuft sich bei Finanzanlagen wie Aktien auf ein Jahr. Durch einen Verkauf innerhalb dieser Frist realisierte Vermögensgewinne werden im Rahmen der Einkommenssteuer (also mit Steuersätzen zwischen 36,5 und 50 Prozent) versteuert. Die Spekulationsfrist für Immobilien und Grundstücke beträgt (mit Ausnahme von eigengenütztem Wohneigentum), hier sind es zwei Jahre. (APA)