Berlin - Der Essayist und Literaturkritiker Michael Maar erhält den Heinrich-Mann-Preis 2010 der Berliner Akademie der Künste. Maar sei der "Detektiv unter den Essayisten", heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Jurybegründung. Er könne Texte wiederbeleben, "die wir in oberflächlich-abschließender Bewunderung im Archiv abgelegt und nie mehr befragt hatten." Maars Stil sei makellos, unangestrengt und fließend mit einer Sogwirkung, der der Leser sich nicht entziehen könne. Maar wird die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung am 28. März in Berlin entgegennehmen.

Zur diesjährigen Jury gehörten Wolf Lepenies, Ursula März und Hanns Zischler. Letzterer war Preisträger des Jahres 2009. Der Literaturpreis wird alljährlich verliehen.

Der 1960 in Stuttgart geborene Maar lebt seit 1997 als freier Autor in Berlin. Seit 1990 schreibt er Essays und Literaturkritiken für die deutschsprachigen Feuilletons. Maar lehrte an der Universität in Stanford, war Fellow des Berliner Wissenschaftskollegs und Stipendiat der Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter "Thomas Mann und die Schuld", "Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte" und "Proust Pharao". (APA)