Salzburg - Bezüglich der Malversationen bei den Osterfestspielen wird Staatsanwältin Sandra Lemmermayer in den nächsten Tagen mit dem Landeskriminalamt die nächsten Schritte besprechen. Überlegt wird laut APA, ob über Michael Dewitte, den gefeuerten Geschäftsführer des Festivals, Untersuchungshaft verhängt werden soll. Es bestehe aber keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr.

Anwalt Peter Raue, interimistischer Geschäftsführer der Osterfestspiele, hat insgesamt acht Personen angezeigt. Michael Dewitte und Klaus Kretschmer, der ebenfalls fristlos entlassene technische Leiter der Sommerfestspiele, werden in der Anzeige des "schweren, gewerbsmäßigen Betruges und der Untreue" bezichtigt. Dewitte wird vorgeworfen, er habe "entgegen den Vereinbarungen zwischen 2002 und 2009 ungerechtfertigt Provisionen in unbekannter Höhe ausbezahlt" .

Beteiligung wird folgenden Personen angelastet - es gilt die Unschuldsvermutung: Rechtsanwalt Christoph Aigner (er ist Zwei-Prozent-Eigentümer der Osterfestspiel-Gesellschaft) und seinem Partner Thomas F., Paul K. von einer Wiener Steuerberatungskanzlei, Johannes F. von einer Veranstaltungsfirma in Nürnberg, Dewittes Ehefrau Ivette Mavas Dewitte und der Buchhalterin Brigitte Kalteis.

Aigner wies mittlerweile in einer ersten Stellungnahme alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Er verwies auf seine Verschwiegenheitspflicht, stellte allerdings fest, in der Lage zu sein, alle Vorwürfe entkräften zu können: "Egal ob es um Provisionen, Gehaltserhöhungen oder Reisespesen geht, sämtliche Geldflüsse waren für mich plausibel und nachvollziehbar." (trenk, APA, DER STANDARD/Printausgabe, 06./07.02.2010)