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Man befürchte auch, dass die 80.000 AC/DC-Fans dazu benutzt werden könnten, die Umwidmung des ökologisch sensiblen Areals voranzutreiben, so der WWF.

Foto: EPA/ROBERT VOS

Der Polit-Hick-Hack um das am 22. Mai in Wels geplante AC/DC-Konzert geht in die nächste Runde. Während Bürgermeister Peter Koits und Naturschutz-Landesrat Manfred Haimbuchner sich gegenseitig der Untätigkeit bzw. der Einmischung beschuldigen, hat sich der WWF International nun direkt an das Management der australischen Hardrocker gewandt. Das wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz bekannt.

Das große Open-Air soll am Flughafen in Wels stattfinden. Naturschützer kritisieren allerdings, dass auf dem 110 Hektar großen Gelände der Große Brachvogel brütet und auf der Magerwiese auch andere seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu Hause sind. Sie verlangen eine Verlegung auf ein - offenbar verfügbares - Ersatzgelände. Der WWF bestätigte auf APA-Anfrage, sich nun in einem Brief direkt an AC/DC gewandt zu haben. Die Band habe das Schreiben am Montag vergangener Woche erhalten, Reaktion gebe ab aber noch keine. Man befürchte auch, dass die 80.000 AC/DC-Fans dazu benutzt werden könnten, die Umwidmung des ökologisch sensiblen Areals voranzutreiben, so der WWF.

Zuständigkeit

In Oberösterreich dreht sich die Diskussion inzwischen weiter um die Zuständigkeit für das Konzert. Haimbuchner beklagte, dass seine Beamten zu einem Runden Tisch nicht eingeladen worden seien und seine Anfragen an die Stadt unbeantwortet bleiben würden. Er betonte, dass für das Konzert eine Ausnahmegenehmigung notwendig sei. Um darüber entscheiden zu können, brauche er nähere Informationen, die er bisher nicht bekommen habe. Koits vertrat hingegen die Meinung, dass zunächst alleine die Stadt als erste Instanz zuständig sei.

Während der Freiheitliche dem sozialdemokratischen Stadtoberhaupt unterstellt, "amtsmüde und überfordert" zu sein, fühlt sich dieser durch die "ständigen Zwischenrufe in seiner Arbeit gestört". Er habe erst heute, Dienstag, in einem Fax an Haimbuchner die Fakten dargelegt, sagte er. Außerdem werde ein Naturschutz-Gutachten erstellt, das bis Mitte März fertig sein soll. Dann werde ein - laut Koits vermutlich positiver - Bescheid ergehen.

Naturschützer vermuten geplante Verbauung des Areals

Haimbuchner vermutet, ebenso wie Naturschutzbund-Obmann Josef Limberger, dass der eigentliche Hintergrund, warum das Konzert trotz ökologischer Bedenken auf dem Areal abgehalten werden soll, die geplante teilweise Umwidmung des Flugplatz-Areals sei. Koits bestätigte, dass die Eigentümerin, die Bundesimmobiliengesellschaft, Teile der Fläche veräußern wolle. "Das ist kein Geheimnis." Für Limberger ist das das Hauptproblem: Man wisse nicht, wie groß die unmittelbaren Auswirkungen des Konzerts auf die brütenden Vögel genau sein werde, aber eine Verbauung des Areals werde ihn wohl zum Verschwinden bringen, befürchtet er.

Wenig Freude hat auch der Welser Flugverein "Weiße Möve", der sich nach eigenen Angaben "dem Naturschutz verpflichtet" fühlt und die Flächen bewirtschaftet. Die Hobby-Piloten befürchten außerdem eine Einschränkung des Flugbetriebs von mindestens einer Woche wegen des Konzerts.

Am Donnerstag soll ein weiterer Runder Tisch zu dem Thema stattfinden. "Wir brauchen keine parteipolitischen Spielchen und keine verwaltungstechnischen Winkelzüge. Wir brauchen eine klare Entscheidung", verlangte der Linzer ÖVP-Gemeinderat Christoph Jungwirth, der zuletzt eine Verlegung des Gigs nach Linz angeregt hatte. (APA)