Das portugiesische Parlament hat einem Gesetz zur Einführung der Ehe für Homosexuelle zugestimmt.

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Lissabon - In zweiter Lesung hat das portugiesische Parlament einem Gesetz zur Einführung der der Ehe für Homosexuelle zugestimmt. Für das Vorhaben stimmten wie schon bei der ersten Lesung die Abgeordneten der linksgerichteten Parteien. Der Gesetzestext schließt ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Ehepaare allerdings ausdrücklich aus. Über das Inkraftsetzen der Reform entscheidet nun Portugals Staatschef Cavaco Silva, der sein Veto gegen das Gesetz einlegen könnte. Der konservative Politiker hatte sich in der Vergangenheit gegen die Ehe für Homosexuelle ausgesprochen, zu dem Reformvorhaben nahm er jedoch nicht Stellung.

Kirche hielt sich raus

Die Debatte über die geplante Neuregelung in Portugal verlief verhältnismäßig unaufgeregt - anders als vor der entsprechenden Neuregelung im benachbarten Spanien 2005. Obwohl auch Portugal stark vom Katholizismus geprägt ist, gab die katholische Kirche frühzeitig zu erkennen, dass sie sich aus der Gesetzgebung heraushalten wolle. Allerdings unterschrieben 90.000 PortugiesInnen eine Petition, in der sie eine Volksabstimmung über die Ehe für Homosexuelle forderten. Für Samstag kommender Woche ist eine Protestkundgebung gegen Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare geplant. (APA)