"Für die ÖVP zählen nur die Supertanker und die Banken und beider SPÖ kommt noch ein gewissen Klassenkampfbild zum Vorschein, das besagt, das Unternehmer und Unternehmerinnen nicht arm sein können", sagt die Grünen-Chefin.

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Wien - Die Grünen wollen soziale Erleichterungen für Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Eine Grundpension für alle, ein freiwilliges Modell der Selbstständigen-Vorsorge, die Wiedereinführung der Entgeltfortzahlung für kranke Mitarbeiter und höheres Wochengeld für Unternehmerinnen und steuerliche Verbesserungen forderte Bundessprecherin Eva Glawischnig am Freitag in der Grünen Klubsitzung.

"Ewig jung, keine Kinder, ewig gesund und immer gesunde Mitarbeiter" - das müssten laut Glawischnig die Eigenschaften eines erfolgreichen Ein-Personen-Unternehmers bei der derzeitigen Gesetzeslage sein, weil die Bundesregierung auf die Kleinbetriebe vergessen habe. Laut Wirtschaftskammer machen EPUs mit 205.276 Personen bereits 51 Prozent der Mitglieder 2008 aus."Für die ÖVP zählen nur die Supertanker und die Banken und beider SPÖ kommt noch ein gewissen Klassenkampfbild zum Vorschein, das besagt, das Unternehmer und Unternehmerinnen nicht arm sein können", so Glawischnigg. Die Realität sei jedoch eine andere und vielen Kleinstunternehmen würde ein Alter in Armut drohen. 

Zwölf Prozent der Selbstständigen armutsgefährdet

Eigene Statistiken über EPUs gibt es bei der Statistik Austria allerdings nicht - sie werden mit den "Neuen Selbstständigen" und den Freiberuflern gemeinsam ausgewiesen, sagte Martina Schubert, Geschäftsführerin des Forums zur Förderung der Selbstständigkeit. Das Jahreseinkommen dieser Selbstständigen betrug 2008 laut Statistik Austria durchschnittlich 23.345 Euro pro Jahr, das Median-Einkommen aber nur 10.893 Euro.  Zwölf Prozent der Selbstständigen waren 2005 bis 2008 armutsgefährdet, wie die EU-Silc-Studie über Einkommen, Arbeit und Lebensbedingungen ergab. (APA, red)