Sofia - Die USA führen mit Bulgarien "inoffizielle Beratungen" über die Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrschildes. Es handelt sich dabei jedoch "nicht um offizielle Gespräche", wie der neue US-Botschafter in Sofia, James Warlick, am Freitag erklärte. Bulgariens Nachbarland Rumänien hat dem US-Plan zur Stationierung von Komponenten eines US-Raketenschilds auf seinem Staatsgebiet bereits zugestimmt.
Der einflussreiche Atlantische Club in Sofia sprach sich unterdessen für die Stationierung von Teilen des US-Schutzschildes in Bulgarien aus. Es sei eine "selbstverständliche Fortsetzung" der bilateralen militärischen Zusammenarbeit, die USA einzuladen, Elemente des Raketenabwehrschildes zu stationieren, sagte Club-Chef und Ex-Außenminister Solomon Passi am Freitag in Sofia.
Premierminister Boyko Borisov betonte hingegen, die Entscheidung über die Stationierung der US-Raketenabwehr liege nicht bei ihm: Die Regierung werde die Stellungnahme der EU-Kommission und des Parlaments abwarten.
Die USA unterhalten in Bulgarien bereits vier Militär-Stützpunkte. Das Balkanland ist seit 2004 Mitglied der NATO und zählt zu den engsten Verbündeten der USA in Südosteuropa.
Moskau hatte gedroht, das START-Abkommen mit den USA zur nuklearen Abrüstung nur zu unterzeichnen, wenn Washington auf das in Rumänien geplante Raketensystem verzichtet. Das System sei klar gegen Russland gerichtet, sagte Moskaus Generalstabschef Nikolai Makarow am Dienstag. (APA)