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Die elf Verdächtigen.

Foto: AP Photo/Dubai Ruler's Media Office

Im Zusammenhang mit dem Mord an Mahmud al-Mabhuh, einem hochrangigen Hamas-Mitglied, im Jänner dieses Jahres, wird jetzt auch in Österreich ermittelt. Das berichtet profil online.

Der Mord wurde am 19. Jänner in Dubai begangen. Elf Personen sollen daran beteiligt gewesen sein. Die Polizei hat die Suche mittlerweile auf 17 Personen ausgeweitet.

Die mutmaßlichen Täter waren mit gefälschten Pässen eingereist. Es wird darüber spekuliert, ob der israelische Geheimdienst Mossad hinter dem Mord stecken könnte.

Nach Recherchen von "profil online" führt eine Spur nach Österreich. Die Täter hätten untereinander mit österreichischen Wertkartentelefonen kommuniziert. Der Betreiber der Mobiltelefone war T-Mobile, schreibt "profil online".

Österreich als "Kommandozentrale"

Der britische Guardian bezieht sich auf Ermittler in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Österreich als "Kommandozentrale" nicht ausschließen. Die Täter nutzten sechs britische Reisepässe und fälschten mindestens fünf weitere Pässe aus anderen europäischen Ländern: Irland, Deutschland und Frankreich. Die Pässe aus Großbritannien waren nicht zur Gänze gefälscht. Lediglich die Fotos wurden ausgetauscht. Einige der britischen Opfer des Identitäts-Diebstahls leben in Israel. Sie bestreiten mit der Tat etwas zu tun zu haben.

Im Dubaier Fernsehen wurden Bilder aus Überwachungskameras gezeigt, auf denen die Verdächtigen zu sehen sein sollen.

Laut Nachforschungen der Polizei in Dubai dürften elf Menschen an der Tat beteiligt gewesen sein. Al-Mabhuh soll für die Hamas als Waffenhändler aktiv gewesen sein. Es gibt noch keinen endgültigen Bericht über die Todesursache: Einigen Berichten zufolge wurde er in seinem Hotelzimmer mit Elektroschocks gefoltert und anschließend erstickt, andere Quellen behaupten es sei ein Giftmord gewesen.

In Israel wurde al-Mabhuh für die Entführung und Ermordung von zwei israelischen Soldaten 1989 gesucht. Er war auch einer der Gründer des bewaffneten Arms der Hamas.

Kritik am Mossad

Derzeit wächst in Israel die Kritik am Vorgehen des Mossad. Der Militärrundfunk zitierte am Mittwoch einen früheren Mossad-Verantwortlichen mit der Einschätzung, es könne sich als "schwerer Fehler" erweisen, wenn der Mossad Pässe von israelischen Bürgern verwendet habe.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman übte indes Kritik an den Vorwürfen. Es sei nicht in Ordnung, dass man es für selbstverständlich halte, dass Israel oder der Mossad die Pässe oder Identitäten britischer Bürger benutzt hätten.

Lieberman wollte eine israelische Beteiligung an dem Attentat auf den hochrangigen Hamas-Funktionär Mabhuh vom 20. Jänner weder ausdrücklich bestätigen oder dementieren. Normalerweise bezieht Israel öffentlich überhaupt keine Stellung zu Geheimdiensteinsätzen oder Vorwürfen. Allerdings gibt es diesmal in Israel kritische Reaktionen, weil offensichtlich die Identitäten von mindestens fünf in Israel lebenden britischen Einwanderern für das Attentat benutzt worden sind.

Die Zeitung "Haaretz" forderte den Rücktritt von Mossad-Chef Meir Dagan und kritisierte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, weil er dessen Amtszeit trotz "Warnhinweisen" verlängert habe. "Eine gelungene Operation? - Das ist nicht sicher!", titelte die Tageszeitung "Yedioth Ahronoth". Im Laufe der Zeit kämen immer mehr "Schwachpunkte" ans Licht. Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen zehn Männer und eine Frau mit europäischen Pässen. (red/APA/Reuters, derStandard.at, 17.2.2010)