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Die Entdeckung gibt Hoffnung, dass zumindest in einigen Weltregionen die Riffökosysteme erhalten bleiben.

Foto: AP/USFWS, Jim Maragos)

Washington DC/San Diego - Ein internationales Wissenschaftsteam hat entdeckt, dass bisher unbekannte Algenarten im Korallenriff möglicherweise auch höhere Wassertemperaturen überleben und damit den Effekt der Klimaerwärmung können. Im nordöstlichen Indischen Ozean konnten die Forscher solche bisher unentdeckte Spezies von symbiotisch lebenden Algen in Korallenstöcken feststellen.

"Die Existenz so vieler bisher unbekannter Korallensymbiosen in einem Gebiet, das für die meisten bisher bekannten Korallen zu warm ist, gibt uns Hoffnung, dass zumindest in einigen Regionen der Erde, die Riffökosysteme erhalten bleiben", so Studienautor Todd LaJeunesse von der Penn State University. Die Algen wurden in der Andamanen-See entdeckt, berichten die Forscher im Fachmagazin Journal of Biogeography.

Düstere Korallen-Zukunft

Unabhängig von den Untersuchungen der Forscher um LaJeunesse hat Simon Donner, Professor am Department für Geographie an der University of British Columbia, bei der derzeit in San Diego stattfindenden Jahreskonferenz der AAAS ein dramatisches Bild über die Zukunft der Korallenriffe gezeichnet. Umweltfaktoren stören die Symbiose zwischen den Korallen und den Algen massiv. Wenn diese Algen sterben, sterben auch die Korallen und bleichen aus.

"Bis vor 30 Jahren war das Phänomen der Massen-Korallenbleiche ein extrem seltenes Ereignis", so der Forscher, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. "Selbst für den Fall, dass wir sämtliche Emissionen über Nacht einstellen, reicht das Erwärmungspotenzial aus, um das Sterben der Riffe voranzutreiben."

"Bedenkt man, wie viele Millionen Menschen in den Tropen von Korallenriffen abhängig sind, weil sie dort fischen oder weil Riffe ihre Siedlungen vor Fluten schützen, ist der Verlust dieser Habitate ein ernst zu nehmendes Problem", so Donner. "Kein Forscher behauptet, dass alle Korallenriffe verschwinden werden. Einige werden sicher überleben, allerdings nur in gewissen Regionen, die nicht so stark erwärmt werden." (red/pte)