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Wer über offene, aber fremde WLANs surft, kann eine böse Überraschung erleben

Foto: Reuters

Wer ein unverschlüsseltes WLAN entdeckt und darüber kostenlos im Web surft, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn offenbar kommt es mittlerweile öfter vor, dass das "Schwarz-Surfen" ein rechtliches Nachspiel hat. In Deutschland hat das Amtsgericht Traunstein eine Hausdurchsuchung angeordnet und das Netbook eines Mannes beschlagnahmt, der zuvor ein frei zugängliches WLAN genutzt hatte, berichtet Anwalt Jens Ferner in seinem Blog.

Netbook beschlagnahmt

Der Mann habe sich von seinem Auto aus mit seinem Netbook in ein unverschlüsseltes WLAN eingewählt. Zwei Polizisten hätten den Vorgang beobachtet und den Mann gefragt, was er macht. Der User habe wahrheitsgemäß geantwortet, was die Polizisten veranlasst habe seine Personalien aufzunehmen. Etwa einen Monat später habe er eine Vorladung der Polizei erhalten. Bei der Vernehmung habe er jedoch nichts ausgesagt, weshalb eine Hausdurchsuchung und die Beschlagnahmung des Netbooks angeordnet worden seien.

"Sozialadäquate Verhaltensweisen kriminalisiert"

In welches WLAN sich der Betroffene eingewählt hatte, sei zum Zeitpunkt der Durchsuchung noch nicht festgestanden. Ob der Zugriff also überhaupt gegen den Willen des Betreibers stattgefunden habe, ist unbekannt. "Dies zeigt schon deutlich, dass das Schwarz-Surfen zunehmend von Behörden auch ohne Veranlassung durch die Berechtigten verfolgt wird. Gerade vor dem Hintergrund, dass es ja viele Menschen gibt, die ihr WLAN bewusst offen lassen damit andere es nutzen, werden hier in kritikwürdiger Weise sozialadäquate Verhaltensweisen kriminalisiert", heißt es in dem Blog-Eintrag.

Fälle häufen sich

Die Ermittler berufen sich laut Golem auf Paragraf 89 des deutschen Telekommunikationsgesetzes, wonach der Missbrauch von Telekommunikations-Anlagen unter Strafe steht. Der Strafbestand des "Schwarz-Surfens" existiere laut Jens Ferner in dieser Form gar nicht. Es sei allerdings zu beobachten, dass derartige Fälle immer öfter vorkommen. 2007 war ein Altenpfleger in einem ähnlichen Fall zu einer Geldstrafe verurteilt worden. (red)