Passfälschungen, vor allem zu Mordzwecken, könnten nicht toleriert werden, erklärte Regierungschef Rudd.

Canberra/Dubai – Auch die australische Regierung hat wegen der Verwendung gefälschter Pässe bei der Geheimdienstaktion zur Ermordung des palästinensischen Hamas-Funktionärs Mahmud al-Mabhuh in Dubai im vergangenen Jänner den israelischen Botschafter in Canberra in das Außenministerium zitieren lassen. Die Fälschung australischer Reisedokumente durch einen anderen Staat, vor allem zu Mordzwecken, sei nicht zu tolerieren und müsse vollständig aufgeklärt werden, betonte Premierminister Kevin Rudd am Donnerstag gegenüber dem Radiosender ABC.

Die Polizei der Vereinigten Arabischen Emirate hatte bei den Mordverdächtigen neben Pässen westeuropäischer Staaten auch drei australische Pässe sichergestellt. Der australische Außenminister Stephen Smith erklärte, nach ersten Erkenntnissen seien diese Pässe gefälscht. Er habe dem israelischen Botschafter sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass Australien es "nicht als einen freundschaftlichen Akt betrachten" würde, sollten die Ermittlungen letztlich ergeben, dass die Fälschung australischer Pässe "in irgendeiner Weise von israelischen Verantwortlichen in Auftrag gegeben oder gedeckt" worden sei, sagte Smith.

Die Ermittler in Dubai gehen davon aus, dass Mabhuh, ein Waffenhändler der palästinensischen Hamas, vom Mossad umgebracht wurde. Die Zahl der Verdächtigen liegt jetzt bei 26, könnte aber noch wachsen.

Auch die Hälfte der neuen Verdächtigen benutzte Namen von Israelis. Israelische Medien veröffentlichten die Namen von sieben Tatverdächtigen, die mit echten in Israel lebenden Einwanderern übereinstimmten. David Bernard Lapierre, dessen "Doppelgänger" mit einem französischen Pass reiste, sei etwa ein Oberkellner in der nordisraelischen Grenzstadt Schlomi. Gabriella Barney, eine von insgesamt sechs Frauen, lebe in einem Kibbuz im Norden des Landes. Ein Mann namens Roy Allan Cannon, dessen Name in einem gefälschten britischen Pass verwendet wurde, arbeitet in Petach Tikva bei Tel Aviv in einem Bestattungsunternehmen. (AFP, dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2010)