Wer ist für die von Usern kreierten Inhalte verantwortlich?

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Ob Musiker, Filmemacher oder Videospielentwickler, die Medien-Industrie hat auf allen Seiten mit Produktpiraterie zu kämpfen. Neben Massenabmahnungen von Privatpersonen ist vor allem der Rechtsstreit Major-Labels gegen Youtube bzw. Google in Erinnerung geblieben. Erstmals springt nun auch ein Vertreter der Porno-Industrie auf letzteren Zug auf.  

Urheberrechtsverletzung

Wie Spiegel Online berichtet, verklagt die Produktionsfirma Pink Visual einen Betreiber von kostenlosen Porno-Plattformen, auf denen die User wie bei Youtube ihre selbst generierte Inhalte hochladen können. Betreiber Brazzers muss nun deshalb vor Gericht, weil es auf seinen Community-Seiten zu mehrmaligen Urheberrechtsverletzungen gekommen sei. 45 solcher Beispiele will Pink Visual festgemacht haben und verlangt dafür einen Schadensersatz von 6,75 Millionen US-Dollar.

Erhitzte Gemüter

Bislang hat die Medien-Industrie die Konfrontation mit Streaming-Webseiten vor Gericht vermieden und sich auf Abmahnungen und einstweilige Verfügungen beschränkt. Grund hierfür dürfte die nicht klar artikulierte Rechtslage sein. Im Fall Pink Visual gegen Brazzers wird nun ein Gericht entscheiden müssen, ob der Betreiber für die veröffentlichten Videos auf der eigenen Community-Plattform auch verantwortlich ist und für den vermeintlich verursachten Schaden aufkommen muss. Bei Youtube wurde es bisher so gehandhabt, dass Betreiber Google auf Aufforderung von Rechteinhabern nicht autorisierte Inhalte von der Webseite nimmt.

(zw)