Dass wir Österreicher europaweit (bis zum Ural!) am wenigsten Fisch, dafür aber mit Abstand am meisten Schweinefleisch in uns hineinschieben, ist eine bedauernswerte Tatsache - weil sich derlei Exzesse nicht bloß auf unser Äußeres, sondern wohl auch aufs Gemüt schlagen. Damit sich das rechtzeitig vor Frühlingsanfang vielleicht wirklich noch zu ändern beginnt (ohne Zweifel ein langsamer, schmerzhafter Prozess), rufen donaunahe Wirten aus Niederösterreich auch heuer wieder dazu auf, die landestypische Angst vor dem Fisch einmal probehalber abzulegen und sich den Lockungen heimischer Wasserwesen hinzugeben.

Den ganzen März über widmen sich herausragende Köche wie Adi Bittermann in Göttlesbrunn, Roland Lukesch in Haslau, Ulli Amon-Jell in Krems oder Norbert Bader in Groß-Enzersdorf (die komplette Liste würde den Platz sprengen und ist samt aller Infos im Internet - siehe unten - abrufbar) der Vielfalt heimischer Fische mit ganz besonderem Engagement. Josef Floh aus Langenlebarn veranstaltet gar ein Preisfischen, Norbert Payr aus Zeiselmauer zeigt in einem Kochkurs, wie man Fische richtig filetiert, entgrätet (hierzulande ganz wichtig!), pochiert und brät. Warum gerade jetzt? Fastenzeit ist! (corti/Der Standard, 27.02.2010)