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An den grundlegenden Prinzipien der Computernutzung hat sich seit den Frühzeiten des grafischen User-Interfaces nur wenig geändert.

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Wer aktuelle Desktop-Rechner mit den ersten Implementationen eines grafischen User-Interfaces aus den Siebziger Jahren vergleicht, wird schnell feststellen: An den grundlegenden Nutzungsprinzipien hat sich über die Jahrzehnte eigentlich relativ wenig geändert. Klar ist mit steigender Rechenkraft immer wieder das eine oder andere Feature neu hinzugekommen, auch präsentiert sich so ein aktueller Desktop wesentlich effektvoller als sein Urahn, das Fenstermodell und die Art der Maussteuerung sind aber praktisch gleich geblieben.

Klagelied

Dies obwohl dieser Ansatz eigentlich relativ umständlich ist, wie nun ein aktueller Kommentar der New York Times beklagt. Nach all den Jahren voller Weiterentwicklungen im Desktop-Bereich bekomme er immer noch regelmäßig Anrufe von Verwandten und Bekannten, die Probleme mit ihrem Computer haben, so der Autor. Seien es unbeabsichtigt veränderte Einstellungen, seien es irgendwo in den Untiefen des Dateisystems verloren gegangene Dateien - all dies seien weiterhin reale, tägliche Ärgernisse, die die  PC-Nutzung unnötig frustrierend machen.

iPhone

Insofern wirft der Autor die Frage auf, warum PCs nicht einfach etwas mehr wie das iPhone sein könnten, denn auch wenn Apples Smartphone ein geradezu frustrierend "abgesperrter Garten" sei, so ist es doch auch etwas anderes: Äußerst einfach zu nutzen. Die Touchscreen-Steuerung könne sich praktisch jeder in kürzester Zeit selbst beibringen - ein Umstand, der in krassem Widerspruch zu klassischen Desktop-Ansätzen steht. Insofern wäre es höchst an der Zeit, dass auch in der PC-Welt das Interface einmal grundlegend hinterfragt werde.

Hoffnungsfroh

Freilich stehen dem gewisse innere Widersprüche entgegen, vor allem der Druck bestehende KundInnen nicht zu verärgern sie hier ein massiver Bremsklotz. So müsse beispielsweise Microsoft immer darauf achten, dass ein neues Windows nicht all zu sehr von den Nutzungsparadigmen älterer Releases abweicht. Die Hoffnung setzt man bei der New York Times insofern auch weniger auf ein Umdenken in der PC-Welt sondern auf das "Überschwappen" neuer Ideen aus dem mobilen Bereich. Mit der Auslieferung von Android auf Netbooks passiere das ja schon zum Teil, auch Apples iPad können hier einen gewissen Druck erzeugen. (red, derStandard.at, 26.02.10)