Martin Balluch ist Obmann des Vereins gegen Tierfabriken und Hauptangeklagter des derzeit laufenden Prozesses gegen Tierschützer. Im Video-Interview mit Hans Rauscher bezieht Balluch Stellung zu den ihm angelasteten Vorwürfen. Er erklärt dabei auch, wie weit Tierschutz-Aktivismus seiner Meinung nach gehen kann, um noch legal zu sein. Der Aktivist räumt zwar ein, dass es Anrufe und Droh-E-Mails gegen den "politischen Gegner" gegeben habe, dahinter stünde jedoch "keine kriminelle Organisation". Für viel problematischer als den Tierschutz hält Balluch den Paragraf 278a, der ihm und den anderen angeklagten Aktivisten "viel zu viel indirekte Schuld unterstellt". Der Prozess ist für Balluch deshalb ein Präzedenzfall: Wenn sich jeder dafür verantworten müsse, was er indirekt auswirkt, dann sei das "äußerst gefährlich". Der Tierschützer erzählt im Interview auch im Detail, wie die Polizei bei der Festnahme seine Wohung gestürmt hat, was eine traumatische Erfahrung gewesen sei. (rasch, derStandard.at, 4.3.2010)