Seoul - Ein nordkoreanischer Fabrikarbeiter ist nach Informationen eines südkoreanischen Radiosenders öffentlich hingerichtet worden, weil er mit seinem Handy Informationen ins Ausland weitergegeben haben soll. Dem Mann sei vorgeworfen worden, den Preis für Reis und andere Informationen über die Lebensbedingungen an einen Freund verraten zu haben, der vor Jahren nach Südkorea geflohen sei, berichtete das "Offene Radio für Nordkorea" am Donnerstag auf seiner Webseite.

Das Todesurteil an dem Rüstungsarbeiter sei bereits im Jänner durch Erschießen in der Öffentlichkeit vollstreckt worden, hieß es. Das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium und die südkoreanischen Streitkräfte äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Der Besitz von Mobiltelefonen ist in Nordkorea streng reglementiert. Dennoch gelingt es einigen Nordkoreanern, über chinesische Anbieter verbotene Telefonate ins Ausland zu führen. Das "Offene Radio für Nordkorea" schätzt, das mehr als zehntausend in Grenznähe zu China lebende Nordkoreaner unerlaubterweise chinesische Handys besitzen. (APA/apn)