Der akute Liquiditätsengpass der Immobiliengruppe Soravia ist behoben. Mit den Banken wurde ein Restrukturierungsplan erstellt. Der Hälfteanteil am Dorotheum soll u. a. dafür verpfändet worden sein.

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Wien - Der Liquiditätsengpass der Immobilien-Gruppe von Hanno und Erwin Soravia ist vorerst gebannt: Gemeinsam mit den Gläubigerbanken hat man sich auf einen Restrukturierungsplan im Volumen von rund 20 Mio. Euro geeinigt. "Die Soravia-Gruppe ist mittelfristig ausfinanziert und steht jetzt gut da" , sagte ein mit der Sache Vertrauter. Die Gläubigerbanken (UniCredit, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank, Sparkasse Oberösterreich) gewährten unter anderem Zins- und Ratenstundungen bei Projekten und änderten die Kreditlinien. Als Teil des Sanierungspakets sollen die Soravias auch ihren Hälfte-Anteil am Dorotheum verpfändet haben. Noch nicht verkauft wurde ihr noch verbliebener 25-Prozent-Anteil am Hotel Hilton am Stadtpark an den Haupteigentümer, die Raiffeisen Zentralbank. Die Soravias können diese Option aber jederzeit ziehen.

Grund für die akute Schieflage der Immobiliengruppe war der Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Osteuropa, wo die meisten Soravia-Bauprojekte stehen. Der Verkauf von Einkaufszentren oder Bürohäusern ist so gut wie unmöglich, bei Entwicklungsprojekten fallen ausschließlich Zinsen an, denen aber keine Einnahmen gegenüberstehen.

In Bukarest wurde Ende des Vorjahr das Metropolis Center fertig, ein gemischt genutztes Objekt mit Büros, Einzelhandel, Hotel und Tiefgarage. Der Wert dieser Immobilien soll bei über 60 Mio. Euro liegen, allerdings seien 37 Mio. Euro fremdfinanziert. Ein Käufer wurde bisher erfolglos gesucht. "Niemand will derzeit ein Gebäude zu einem Toppreis in Bukarest kaufen" , sagen Branchenkenner. Wie überhaupt der hohe Anteil an Fremdfinanzierungen eines der Hauptprobleme der Gruppe sei.

Damit Geld in die Kassen kommt, wurde bereits vor Monaten mit dem Abverkauf von Beteiligungen begonnen: Den 44-Prozent-Anteil der Bürostadt TownTown in Erdberg wurde Mitte 2009 verkauft. Nun versuchen die Soravias, auch ihren 44-prozentigen Anteil an der dortigen Garage um rund zehn Mio. Euro los zu werden. Das gelang bisher nicht, weil die Mitgesellschafter nicht kaufen wollen und einem Verkauf an Dritte nicht zustimmen. Anfang 2009 mussten die Soravias ihre Kinderstadt Minopolis abgeben, weil mit der Erlebniswelt an der Wiener Reichsbrücke angeblich elf Mio. Euro in den Sand gesetzt wurden. Ende November wurde die bulgarische Mineralwasserfirma Devin verkauft. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.03.2010)