Zürich - Forscher der Universität Zürich haben im mumifizierten Gehirn eines Kindes aus dem Mittelalter intakte Zellen, Nervenfortsätze und Blutgefäße nachgewiesen. Das zeigt, dass Hirnzellen unter bestimmten Umständen Jahrhunderte erhalten bleiben.

Die Forscher um Frank Rühli und Christina Papageorgopoulou vom "Swiss Mummy Project" am Anatomischen Institut der Universität Zürich untersuchten die Überreste eines 18 Monate alten Kindes aus dem 13. Jahrhundert. Das Gehirn der in der Bretagne entdeckten Mumie war nach der Ausgrabung im Jahr 1998 in Formalin eingelegt worden.

Das Hirn habe zwar im Lauf der Jahrhunderte rund 80 Prozent seines Gewichts verloren, sagte Rühli. Doch anatomische Eigenheiten und ein Teil der Zellstrukturen seien immer noch vorhanden. Laut dem Forscher ist es extrem selten, dass Archäologen auf noch so gut erhaltenes menschliches Hirngewebe stoßen. (APA/sda/red)