Wien - Der Asylgerichtshof ließ Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre jüngeren Geschwister auch im Asylverfahren in zweiter Instanz abblitzen, berichtet "profil online". Am Mittwoch gingen vier negative Bescheide zur Post.  Jetzt kann der Familie aus dem oberösterreichischen Frankenburg nur noch mit dem Verfassungsgerichtshof rechnen. Wenn die Höchstrichter einer Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkennen, erhalten die Zogajs dann noch einmal eine Atempause, bis ihre Beschwerde inhaltlich geprüft ist.

Vier Monate hatten sich die Richter für ihre Entscheidung Zeit gelassen. Die Richter argumentierten, die psychische Erkrankung der Mutter sei im Kosovo behandelbar. Dass sich die Familie in Österreich bestens integriert habe, zähle nicht. Das sei erst zu einer Zeit passiert, als bekannt gewesen sei, dass sie nicht bleiben dürfe.

Vergangenen November hatte Rechtsanwalt Helmut Blum gegen den Bescheid der ersten Instanz Beschwerde eingelegt. Gutachter warnten damals, Nurije Zogaj könnte sich und ihren Kindern etwas antun, sollte sie abgeschoben werden. Die Asylrichter befanden jedoch - entgegen Berichten von Experten -, die psychiatrische Versorgung im Kosovo sei völlig ausreichend.

Die Volkshilfe, die die Familie Zogaj betreut, zeigte sich in einer Aussendung bestürzt über die negative Entscheidung des Asylgerichtshofes: "Ich bin zutiefst betroffen, dass einer Familie, die so gut integriert ist, das Bleiberecht in unserem Land verwehrt wird", erklärte Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer. Die gesamte Familie Zogaj sei "schockiert und verzweifelt" und wolle vorerst nichts zu der Entscheidung des Asylgerichtshofes sagen. "Im Sinne der Menschlichkeit ersuche ich die Medien, diesen Wunsch zu respektieren", sagte Weidenholzer. (red; derStandard.at, 18.03.2010)