Im Interview mit dem Standard ("Ausgerechnet der IWF beschleunigt die Krise", 2. 4. 2010) warf der Vizegouverneur der tschechischen Notenbank Mojmir Hampl dem IWF vor, die Finanzkrise in Osteuropa bewusst dramatisiert zu haben, um "ein Bailout einer ganzen Region herbeizuführen".

Die ausführlich berichteten Bemerkungen von Vizegouverneur Mojmir Hampl von der Tschechischen Nationalbank über den IWF, in denen er behauptet, der IWF hätte aufgrund eigener pekuniärer Interessen die globale Finanzkrise "beschleunigt", widersprechen nicht nur den Tatsachen, sondern auch dem gesunden Menschenverstand und der Einschätzung der internationalen Gemeinschaft.

Im Gegenteil, der IWF half, die Krise aufzuhalten und dann umzukehren, indem er schnell und entschieden handelte. Die 186 Mitgliedsländer des Fonds - darunter auch die Tschechische Republik - äußerten ihre feste Unterstützung für den IWF, indem sie dem Fonds die erforderlichen Ressourcen für diese Aufgabe bereitstellten und die Anti-Krisen-Rolle des Fonds bekräftigten. So war es erfreulich - wenn auch nicht überraschend, dass der Tschechische Nationalbankgouverneur Tuma Herrn Hampls Ansichten verwarf und richtigstellte, dass diese nicht im Einklang mit der Position der Zentralbank stehen.

Die Anti-Krisen-Maßnahmen des Fonds waren besonders in Zentral- und Osteuropa von großer Bedeutung. Schon 2006 warnten Fonds-Analysten, die Region sei anfällig für Störungen auf den internationalen Kapitalmärkten. Als der Fall dann eintrat, stand der Fonds seinen Mitgliedern rechtzeitig mit Beratung zur Seite und versorgte die Länder, die es nötig hatten, mit maßgeblichen finanziellen Beihilfen.

Glücklicherweise ist die Wirtschaft der Region auf dem Weg der Besserung, und einige wichtige Volkswirtschaften - darunter auch Tschechien und Polen - haben es erfolgreich geschafft, die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu vermeiden. Wir freuen uns, auch weiterhin mit allen unseren Mitgliedern kooperativ zusammenzuarbeiten, um eine starke, nachhaltige und ausgewogene Wirtschaftserholung sicherzustellen.(DER STANDARD; Print-Ausgabe, 6.4.2010)