Bild nicht mehr verfügbar.

In Banda Aceh verbrachten viele Menschen die Nacht im Freien aus Angst vor weiteren Erschütterungen

Foto: AP/Heri Juanda

Hongkong - Bei einem Erdbeben der Stärke 7,7 vor der indonesischen Insel Sumatra sind am Mittwoch mehrere Menschen verletzt worden. Einwohner rannten aus Angst vor einem Tsunami in Panik auf die Straßen und suchten höher gelegene Gebiete auf.
Der Erdstoß ereignete sich um 5.15 Uhr Ortszeit (00.15 MESZ) rund 200 Kilometer von der Küstenstadt Sibolga entfernt in gut 30 Kilometern Tiefe, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte.

Kleiner Tsunami

Das Beben löste nach Angaben des indonesischen Zentrums für Geophysik einen kleinen Tsunami aus, der offenbar nur geringen Sachschaden verursachte. Vor der Küstenstadt Sibolga sowie den Inseln Nias und Banyak wurden nach dem Beben 40 Zentimeter hohe Wellen registriert. Die Flutwelle habe mehrere Häuser am Strand überschwemmt und einige Boote beschädigt. Für große Teile Sumatras und an Thailands Westküste wurde ein Tsunami-Alarm ausgelöst. Die Warnungen wurden nach einigen Stunden wieder aufgehoben.

Elf Verletzte

Der von mindestens fünf Nachbeben gefolgte Erdstoß war bis in die 515 Kilometer entfernte malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur zu spüren. Mindestens elf Menschen sind ersten Berichte zufolge verletzt worden. In der Provinz Aceh stürzte ein Schwesternheim ein, dabei wurde eine Frau verletzt, wie der Fernsehsender Metro TV berichtete. In mehreren Städten fiel der Strom aus.

Pazifischer Feuerring

Indonesien liegt auf dem so genannten pazifischen Feuerring, einem Gebiet mit hoher seismischer Aktivität und hunderten Erdbeben jährlich. Ende September hatte ein Erdbeben der Stärke 7,6 Sumatra erschüttert. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen dabei mindestens 1100 Menschen ums Leben.

Ende Dezember jährte sich zum fünften Mal die Tsunami-Katastrophe, bei der in mehreren Küstengebieten des Indischen Ozeans mehr als 220.000 Menschen getötet wurden. Der Schwerpunkt lag in der indonesischen Provinz Aceh. (APA)