Wien - Einem mutmaßlichen Heiratsschwindler hat jetzt die Polizei in Wien das Handwerk gelegt. Der 45-jährige Peter Michael Kresbach soll seit Mai 2006 zumindest sechs Frauen abgezockt haben. Ende März verhafteten ihn Kriminalbeamte des Stadtpolizeikommandos Simmering in einem Lokal auf der Donaustädter Wagramer Straße. Die Polizei sucht weitere Opfer.

Peter Michael Kresbach ist nicht der Original-Name des Verdächtigen: Laut Polizei hieß er auch bereits Scherrer bzw. Fabschütz. Den Namen Kresbach hatte sich der Verdächtige behördlich zugelegt, nachdem ihn der bekannte Strafverteidiger Elmar Kresbach einmal vor Gericht vertreten hatte, so Polizeisprecher Mario Hejl. Der Name dürfte ihm gut gefallen haben.

Frauen im Alter von 40 bis 45 lernte der 45-Jährige über Partnerschaftsbörsen im Internet kennen. Das dürfte er bereits genutzt haben, als er noch - bis Dezember 2007 - in Haft war. Laut Mario Hejl traf er seine Bekanntschaften auch während seiner Freigänge. Den Heiratswilligen dürfte er erzählt haben, dass er ein Geschäftsmann mit mehreren Projekten und viel auf Reisen sei.

Hejl zufolge ließ sich Kresbach von den Frauen Bestätigungen geben, denen zufolge er ihre Transaktionen durchführen durfte und auch Zugang zu deren Konten hatte. Fragten sie ihn nach verschwundenen Summen, soll er ihnen gesagt haben, dass das auf Fehlern beim Internet-Banking beruhe und das Geld sich auf anderen Konten befinde.

Die so abgezweigten Summen soll der 45-Jährige für seinen Lebensunterhalt aufgewendet haben. "Wie er gelebt hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Er hatte nirgends einen Wohnsitz, war nicht gemeldet. Er gibt bei den Einvernahmen nichts an", sagte Hejl, der mit dem Verdächtigen als Kriminalbeamter bereits selbst zu tun hatte. In einem Fall soll der 45-Jährige das Geld auch für den Kauf eines Hochzeitskleides aufgewendet haben. Der Schaden, den Peter Michael Kresbach angerichtet haben soll, beträgt mindestens 500.000 Euro, könnte aber weit höher sein. (APA)