Wien - Gegen den am Samstag stattfindenden antifaschistischen Protest rund um den Geburtstag Adolf Hitlers in Braunau mobilisieren jetzt auch Neonazis in einschlägigen bayerischen Foren. Experten befürchten nun gewalttätige Aktionen.

Vermehrt gewalttätige Angriffe in Bayern

Urheber ist laut Insidern das "Nationale Bündnis Niederbayern" (NBN), in dem parteilose Neonazis wie "Freie Kräfte", "Autonome/Freie Nationalisten", "Aktionsgruppen" und "Kameradschaften" organisiert sind. Im internen Internet-Forum des NBN tauschen sich die Rechtsextremisten nun über die Demo in Braunau aus. Unter anderem wird erwähnt, dass die "Bunte Aktion Burghausen" einen Aufmarsch plant. Auch die Parole "Keine Demo gegen uns, ohne uns" wird ausgegeben.

In diesem Zusammenhang wiesen nicht namentlich genannt werden wollende Szenekenner in Bayern darauf hin, dass die neonazistische Szene in jüngster Zeit immer mehr dazu übergegangen sei, gegen sie gerichtete Protestveranstaltungen gewalttätig anzugreifen. So gab es einen Angriff gegen die antifaschistische Demo beim politischen Aschermittwoch der NPD am 17. Februar in Buchhofen. Der Protestzug wurde regelrecht überfallen. Laut Insidern wurde diese Attacke zunächst ebenfalls im Forum geplant. Als es konkret wurde, lagerten die Neonazis weitere Absprachen aus und verwiesen lediglich noch auf eine Info-Handynummer. Dort erfuhr man dann lediglich einen Abfahrtstreffpunkt und die Information: "Nix mitnehmen, Waffen gibt's vor Ort".

Warnung vor Übergriffen

Für das Bündnis "Braunau gegen rechts" warnte Nina Müller, Sprecherin der Kommunistischen Jugend (KJÖ), vor Übergriffen. Der Protest sei immer Rechtsextremisten ein Dorn im Auge gewesen. "Die diesjährigen Aufrufe bayerischer Neonazis in Internetforen stellen aber eine neue Dimension der Gewaltbereitschaft dar", sagte sie. Man werde sich weder einschüchtern noch provozieren lassen. Gleichzeitig forderte Müller die oberösterreichischen Behörden auf, "diese Drohungen deutscher Nazi-Hooligans ernst zu nehmen und jegliche neonazistischen Aktivitäten rund um den Geburtstag Hitlers in Braunau zu verhindern". (APA)