Schön, wenn sich Allianzen zwischen Games- und restlicher Kultur ergeben. EA kündigt zum Beispiel an, dass sie einen Bestseller-Autor (re.) für die Arbeit am Shooter „Crysis 2" (li.) an Bord holen: Richard Morgan heißt der Mann, sein bekanntestes Buch trägt den Titel „Das Unsterblichkeitsprogramm". Morgans futuristische Romane fallen mit rauen Charakteren auf, die konventionellen romantischen Schemen ein Schnippchen schlagen: Bei ihm darf die Hauptfigur homosexuell und trotzdem ein harter Haudegen sein und Beziehungen sind keinesfalls immer auf Zuneigung gegründet.

Bleibt zu wünschen, dass Morgan mehr als nur schmückender PR-Aufputz für die Produktion ist, dass er Charaktere und Handlung maßgeblich mitgestalten darf. (Wir gehen jetzt einfach einmal davon aus, dass das Spiel dann besser wird.) Der Markt wäre längst für mehr Mainstream-Produkte bereit, die erzählerisch stärker Position beziehen, auch wenn die Rechnung "Einheitsbrei + intensives Marketing = Erfolg am Markt" noch viel zu oft aufgeht, und sich Studios und Publisher nicht als Produzenten von Kulturgütern sondern als Geldbeschaffungsmaschinen sehen. Das Wagnis, interaktive Unterhaltung mit Profil verkaufen zu wollen, kann sich aber auch im Shooter-Genre lohnen und hat Glanzstücke wie "Half Life 2" oder "Bioshock" hervorgebracht.   

Die bisher bekannte Handlung von "Crysis 2": Die Aliens kehren zurück auf die Erde, um die Menschheit auszulöschen. New York ist eine brennende Ruine. Nur ein Mann trägt den "Nanosuit 2", die einzige Technologie, die den Aliens gefährlich werden kann. - Sieht so aus, als hätte Richard Morgan viel zu tun, um diesem Weltuntergang den Einheitsbreigeschmack zu nehmen.

"Crysis 2" soll Ende des Jahres für PlayStation 3, Xbox 360 und PC erscheinen. Zuletzt fielen EA und Crysis-Macher Crytek mit Wortmeldungen auf, wonach Demos in Zukunft kostenpflichtig werden könnten.