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Israels Verteidigungsminister lässt sich während eines Besuches auf der Ramat David Luftwaffenbasis das F-16 Kampfflugzeug erklären. Am Montag sprach er sich für ein Ende der Besatzungspolitik aus.

Foto: EPA/Ariel Hermoni

Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat sich für ein Ende der Besatzungspolitik in den palästinensischen Gebieten ausgesprochen. Israel müsse sich darüber klar werden, dass die Welt eine solche Fremdherrschaft nicht noch Jahrzehnte lang dulden werde, erklärte Barak am Montag in einem Radio-Interview. Den Palästinensern müsse zugestanden werden, sich selbst zu regieren, "ob es einem nun passt oder nicht", sagte Barak weiter.

Sorge um Entfremdung mit den USA

Wegen der israelischen Siedlungspolitik äußerte sich der Chef der Arbeitspartei zudem besorgt um einen Riss in den Beziehungen zu den USA. "Die sich entwickelnde Entfremdung mit den USA ist nicht gut für Israel", sagte Barak. Das Land müsse mehr unternehmen, um einen Frieden mit den Palästinensern zu erreichen. Barak schlug eine "weitreichende diplomatische Initiative" vor. Dazu sollten Gespräche mit der palästinensischen Führung um die Kernfragen des Nahost-Konfliktes gehören.

Der Minister verwies auf die engen Beziehungen zu den USA und die Wirtschaftshilfen. "Aus diesem Grund müssen wir handeln, damit sich die Dinge ändern." Wegen des geplanten Baus von 1600 Wohnungen für jüdische Siedler in Ost-Jerusalem ist es zwischen den USA und Israel zu deutlichen Verstimmungen gekommen. Israel versteht ganz Jerusalem als seine ungeteilte Hauptstadt. Die Palästinenser sehen dagegen den Ostteil als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenser-Staates. Die Palästinenser haben als Reaktion die geplanten indirekten Gespräche mit Israels Führung ausgesetzt.

Israel hält die palästinensischen Gebiete seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Die Friedensverhandlungen stocken wegen der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland und in Ostjerusalem. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte am 20. März in Ramallah im Westjordanland die israelischen Siedlungsaktivitäten überall in den besetzten Gebieten als illegal eingestuft und deren Beendigung gefordert. (APA/apn/Reuters)