Während Branchenleute bereits gespannt auf das Facebook-Event "f8" warten, im Zuge dessen einige wesentliche Neuerungen für die Plattform vorgestellt werden dürften, erläutert Facebook-Manager Alex Li in seinem Blog, welche kleine Änderung der Seite jetzt schon mehr Auftrieb geben soll.
Aus "Fan" wird "Like"
Der Plan sieht vor, dass Nutzer künftig nicht mehr "Fan" von einer bestimmten Facebook-Seite (wie etwa derStandard.at/Web) werden, sondern einfach wie bei jeder Meldung über den "Like"-Button angeben, dass sie die Seite mögen. Das soll die Hemmschwelle senken, persönliche Vorlieben preiszugeben. "Wir hoffen, dass diese Aktion leichter fällt und, dass so der Umfang der Verknüpfungen auf der Seite steigt", so Li.
Besser zu bewerben
Die Intention hinter dieser Bestrebung ist offensichtlich. Je mehr Informationen User über sich herausgeben und ihre Vorlieben bekunden, desto besser und gezielter können die Facebook-Betreiber ihr Anzeigengeschäft ausrichten. Werbekunden erhalten mit jedem persönlichen Detail eine weitere wertvolle Information, welche Produkte und Dienste am ehesten für Nutzer beworben werden sollen.
Kein Datenschutzskandal
Dies bedeutet allerdings nicht, dass Werbekunden Einblick in die einzelnen Nutzerprofile haben. Sie können mit ihren Anzeigen lediglich alle User gemeinsam beliefern, die eine bestimmte Vorliebe teilen. Sollten Sie beispielsweise die Seite eines Fahrradherstellers "mögen", wird Ihnen die gleiche Werbung offeriert, wie allen anderen gleichgesinnten Nutzern.
Das hat im Idealfall auch sein Gutes: Denn ist das System abgestimmt, könnte man eines Tages tatsächlich nur noch mit "relevanter" Reklame beliefert werden.
Heikel
Wie Spiegel-Online anmerkt, werden Facebook-Nutzer künftig aber noch genauer aufpassen müssen, welche Informationen sie an wen preisgeben. Denn von nun an, wie Li es beschreibt, "enthalten bestimmte Teile der Profile, einschließlich des Wohnorts, des Geburtsortes, der Ausbildungsstätten, der Arbeitsstelle und der Vorlieben und Interessen Verbindungen (...) zu tatsächlichen Seiten (...) eure Profile sind ab sofort mit den Orten, Dingen und Erfahrungen verbunden, die euch wichtig sind."
Vorlieben und Interessen sind fortan also etwas, was man mit einer unbestimmten Öffentlichkeit teilt. Wer seinen Schuhfetischismus oder sein Faible für eine Religionsgemeinschaft, aber auch seine Volksschule nicht in die weite Welt herausposaunen möchte, sollte sich entweder bedeckt halten oder sich durch die Feinheiten der Datenschutzeinstellungen arbeiten.
(zw)