Brüssel/Wien - Die europäische Flugsicherheitsbehörde hat den Luftraum über Europa komplett freigegeben. Wie Eurocontrol in Brüssel mitteilte, hat sich die Wolke aus Vulkanasche über dem Kontinent weitgehend verflüchtigt. Dementsprechend lief im österreichischen Flugverkehr auch am Freitag alles planmäßig: Laut Austro Control-Sprecher Markus Pohanka galt der Luftraum weiterhin als aschefrei, Starts und Landungen waren unbedenklich.
Auch Verbindungen in die USA nicht mehr beeinträchtigt
Während der vergangenen Woche führte die Lavaasche zu einer massiven Störung des Luftverkehrs. Die Aschewolke lag am Freitag noch über dem Nordatlantik und reichte nur bis zum nördlichen Teil Schottlands. Flüge über Europa seien daher nicht betroffen, hieß es bei Eurocontrol. Auch Verbindungen zwischen den USA und Europa seien nicht beeinträchtigt: Flugzeuge könnten die Aschewolke in einer Höhe von etwa 9.000 Meter überfliegen, da die Asche nur bis in eine Höhe von etwa 6.000 Meter reiche.
Bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien betonte man, dass in den kommenden Tagen mit keiner neuen Gefährdung für den europäischen und damit auch den österreichischen Luftraum zu erwarten sei. Nordwest-Wind werde die Asche künftig Richtung Norden auf den Atlantik treiben. Die Situation werde natürlich trotzdem weiter genau beobachtet und alle Maschinen würden genau kontrolliert, erklärte Austro Control-Sprecher Pohanka. Bisher habe man keinerlei Schäden durch die Aschewolke festgestellt.
Auch die Austrian Airlines (AUA) bestätigten die ausnahmslos positiven Ergebnissen der Triebwerks-Untersuchungen. Es werde sehr genau hingesehen, betonte AUA-Sprecher Martin Hehemann . Bei einer aus Frankfurt gekommenen Maschine habe man am Mittwoch in Innsbruck Ablagerungen entdeckt, diese boroskopiert, aber keine Vulkanasche gefunden. Aufgrund der genauen Kontrolle habe man eine Verbindung retour nach Frankfurt canceln müssen.
AUA erwartet normalen Flugbetrieb
Der Flugbetrieb der AUA dürfte auch am Freitag völlig normal ablaufen, erklärte Hehemann. 99 Prozent der geplanten Starts und Landungen seien am Donnerstag durchgeführt worden - damit sei auch heute, Freitag, zu rechnen. Nach Island, wo jüngst einige Flughäfen gesperrt wurden, gebe es keine Verbindungen.
"Wir haben Normalbetrieb am Flughafen - mit vereinzelten Anpassungen", betonte auch Peter Kleemann, Sprecher am Flughafen Wien-Schwechat. Fast alle Flüge könnten wie am Donnerstag planmäßig durchgeführt werden.
Auf dem Flughafen Zürich herrscht drei Tage nach der Aufhebung der Flugsperre laut der Nachrichtenagentur sda ebenfalls wieder annähernd Normalbetrieb. Außerordentliche Starts oder Landungen fanden in der Nacht auf Freitag nicht mehr statt. Die Zahl annullierter Flüge ging am Donnerstag weiter zurück. 44 Flüge wurden abgesagt, insgesamt fanden 627 Flugbewegungen statt.
Skandinavien: Star Tour dirigiert Flugzeuge um
Zwei Chartermaschinen des norwegischen Reiseveranstalters Star Tour sind am Freitag wegen der neuerlich über Skandinavien liegenden Vulkanaschewolke auf einen schwedischen Flughafen umdirigiert worden. Nach der Landung der beiden Maschinen in Örebro wurden laut norwegischen Berichten in den Triebwerken geringe Mengen Vulkanasche festgestellt.
Laut Star-Tour-Sprecherin Lena Petersson haben sich die ersten Angaben über Aschereste in den Motoren jedoch nicht bestätigt. Die beiden Maschinen, die ursprünglich von Zypern nach Oslo unterwegs waren, sollten laut der Sprecherin nach weiteren technischen Checks noch am Freitagabend wieder nach Zypern zurückkehren.
Laut deutschem Messflug geringe Partikel-Konzentration
Der Messflug der Lufthansa im europäischen Luftraum hat indessen nur wenige Aschepartikel nachgewiesen. "Die Messungen zeigten nur geringe Konzentrationen an Aschepartikeln des Vulkans", hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts in Mainz. Für die Untersuchung war am Dienstag ein Airbus A340-600 mit dem Klimaforschungscontainer "Caribic" an Bord von Frankfurt bis nach Stockholm geflogen. (APA)