Mak-Ausstellung Blumen für Kim Il Sung

Foto: Mak

Künftig muss also nicht mehr über mangelnde Vorstellungskraft, keine Ahnung und fehlende Visionen der Politiker gegrantelt werden. Weil: Stimmt gar nicht. Josef Pröll beispielsweise ist visionär. Der Finanzminister kann in die Zukunft blicken und dabei Bilder sehen, die derzeit noch fest verpackt in Peking zwischenlagern.

Und was er vorhersieht, macht ihn nicht froh. Ihm schwant Übles aus dem nordkoreanischen Tyrannenreich des Bösen. Die Mak-Ausstellung Blumen für Kim Il Sung wird, das weiß er jetzt schon, vor allem eins sein: unkritisch. Messerscharf ahnt er im Voraus, dass nur diktatorenverherrlichende Werke ausgestellt sein werden.

Das ist klarerweise richtig. Was sonst wird in Nordkorea wohl erlaubt sein? Und welche Bilder dürfen (übrigens erstmals) außer Landes gezeigt werden? Ja, genau.

Um Einblick in eine völlig andere Denke zu geben, muss das Mak eigentlich nichts tun, außer diese Bilder zu zeigen - als Beweis, dass ein diktatorisches Regime Kunst hauptsächlich als Waschmittel für kollektive Gehirnwäsche missbraucht.

Nun hat der populistisch talentierte Vizekanzler die Bundeshaftung für die Ausstellung nicht gewährt. Das bringt sicher ein paar Pluspunkte in der Krone.

Aber es bedeutet nicht Zustimmung zu einem politischen System, wenn man systemaffirmative Politkunst zeigt. (Andrea Schurian, DER STANDARD/Printausgabe, 27.04.2010)