Maria Enzersdorf - Der  Trenkwalder Admira hat sich am Montag nach zwei Niederlagen in Folge von Coach Walter Schachner getrennt und präsentierte den bisherigen Amateure-Trainer Dietmar Kühbauer als dessen Nachfolger. "Wir haben keinen Ausweg mehr gesehen und nicht mehr geglaubt, dass 'Schoko' die Situation noch einmal wenden kann", sagte Präsident Richard Trenkwalder. Der Vertrag von Schachner wäre im Sommer ausgelaufen, mit ihm musste auch Co-Trainer Gottfried Jantschgi gehen.

Die als Titelfavorit in die Saison gestarteten Niederösterreicher (49 Punkte) liegen nach einer 3:4-Heimschlappe gegen den FC Lustenau am Freitagabend nach 27 von 33 Runden nur auf dem dritten Tabellenplatz, hinter dem FC Wacker Innsbruck (53) und SCR Altach (52). Direkte Duelle sind keine mehr ausständig. Im Frühjahr haben die Südstädter aus neun Partien 13 Punkte geholt, für Trenkwalder war das ganz klar zu wenig. "Wir haben aus den neun Runden genauso viele Punkte geholt wie Hartberg und die backen doch kleinere Brötchen als wir", grummelte der Mäzen.

"Kühbauer soll frischen Wind bringen, vielleicht geht ja doch noch was", hat Trenkwalder die Hoffnung auf den Aufstieg sechs Runden vor Schluss noch nicht ganz aufgegeben. Die Chancen bezifferte er allerdings nur mehr auf zehn Prozent. 

Deshalb soll der 39-jährige Kühbauer, dessen mündliche Vereinbarung vorerst bis Saisonende plus nächste Saison läuft, vor allem auch schon im Hinblick auf die mittelfristige Zunkunft arbeiten. Kühbauer, der schon am Dienstag sein erstes Training leiten wird, hat sich durch seine eineinhalbjährige Arbeit mit dem Amateurteam der Admira für höhere Aufgaben empfohlen. Seine Mannschaft fürht nach 24 Runden die Regionalliga Ost mit 49 Punkten an und steuert auf den Meistertitel zu. "Er hat mit der Jugend hervorragendes geleistet", lobte Trenkwalder seinen neuen Cheftrainer.

Wieder einmal heißt die Zukunft "Jugend"

In Zukunft will man in der Südstadt auch wieder vermehrt den Weg der Jugend gehen, Zeiten in denen viel Geld für Stars wie Vladimir Janocko oder Patrik Jezek ausgegeben wurde, sollen der Vergangenheit angehören. "Es ist alles schon budgetiert, wir haben in der nächsten Saison ein deutlich niedrigeres Budget", bestätigte Trenkwalder. Auch im Falle des Aufstiegs soll von diesem Weg nicht abgewichen werden. "Wir werden auch dann nur den einen oder anderen Spieler holen. Ich habe jetzt drei Jahre lang immer wieder investiert, jetzt muss einmal eine Ruhe sein", betonte der 61-Jährige.

Als positives Beispiel für den Weg der Jugend nannte Trenkwalder Wiener Neustadt. "Und wir sind mit unser Jugend besser gerüstet, als Magna", meinte der Admira-Präsident. Immerhin unterhalte man eine Akademie, die U19-Mannschaft liege in der Meisterschaft auf Platz zwei. "Wir haben eine Reihe von hungrigen Spielern", sagte Trenkwalder.

Kapitän und Tormann beurlaubt, auch Weber geht

In den ausstehenden Spielen müssen die Admiraner ohne Kapitän Ernst Dospel und Keeper Thomas Mandl auskommen, beide Spieler wurden mit sofortiger Wirkung beurlaubt, nachdem die Vereinsführung entschieden hatte die im Sommer auslaufenden Verträge des Duos nicht zu verlängern. "Es gab diverse Vorkommnisse, es hat nicht ganz gepasst, wir haben Stillschweigen vereinbart", wollte Trenkwalder keine Details nennen.

Dem bisherigen Coach warf er vor, dass er die Mannschaft mit diesen Spielern nicht im Griff gehabt habe. "Er hat die Stars nicht zur Leistung motivieren können. Und wir haben nicht den attraktiven Fußball gespielt, wie erhofft", sagte Trenkwalder. Auch Sportdirektor Heribert Weber wird den Verein verlassen.  (APA/red)