Kinshasa - Mitarbeiter der UN-Friedenstruppen im Kongo (Monuc) sind erstmals für bedrohte Gorillas im Einsatz gewesen. Ein Monuc-Sprecher berichtete, vier Flachlandgorillas seien in den vergangenen Tagen von den Blauhelmen aus der ostkongolesischen Stadt Goma per Hubschrauber in ein Naturschutzgebiet im Norden der Provinz Kivu gebracht worden.

Wissenschafter hatten eine Reise auf dem Landweg in der von bürgerkriegsähnlichen Unruhen erschütterten Region als zu gefährlich für die Tiere abgelehnt. Bei einer Fahrt mit dem Lastwagen hätten die Menschenaffen traumatisiert werden können, weil der Transport länger als einen Tag gedauert hätte, sagte ICCN-Vertreter Cosma Wilungula .

Alle vier Tiere waren aus der Gewalt von Schmugglern befreit worden. Die Affen sollten als "Buschfleisch" auf örtlichen Märkten angeboten werden. Die Gorillas sind verwaist, ihre Eltern wurden von Wilderern getötet. Die Tiere sind vier und fünf Jahre alt. Sie können jedoch ein Alter  bis zu 60 Jahren erreichen. 

Zweiter Transport geplant

Anfang Juni ist nach UN-Angaben ein zweiter Gorilla-Transport geplant. Dann sollen sechs verwaiste Junggorillas aus dem benachbarten Ruanda in das Naturschutzgebiet geflogen werden. Vor allem die in den Vulkanbergen im Dreiländereck Ruanda-Kongo-Uganda lebenden Berggorillas sind durch Wilderer und die Zerstörung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht.

Nach Schätzung des ICCN gibt es noch rund 2.000 bis 3.000 westliche Flachlandgorillas im Kongo. Soldaten in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu, wo sich zwei Nationalparks befinden, töten jedoch regelmäßig Wildtiere wie Gorillas, Elefanten und Nilpferde, um sich zu ernähren. Weltweit gibt es nur noch etwa 700 freilebende Berggorillas. (APA)