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Wien - Im Mittelpunkt der großen Ausstellung, die von 12. Mai bis 13. September im Museum für Völkerkunde in Wien zu sehen ist, stehen die drei zwischen 1768 und 1779 unternommenen Südseereisen von James Cook (1728-1779) stehen. Die Reisen, die von internationalen Wissenschaftern und Künstlern begleitet wurden, dienten geostrategischen Interessen des britischen Empire und Forschungszwecken. 

Cook, der seine Seemannslaufbahn auf Kohletransportschiffen begann, wurde im Dienste der Royal Navy zu einem gefeierten und verehrten Entdecker.

Im Bild: Federgott ki` ì hulu manu (1775) aus Hawai'i

Foto: APA/Angelika Warmuth

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Erste Reise (1768-1771): Sie war Teil eines groß angelegten, internationalen Wissenschaftsprojekts zur Beobachtung des sogenannten "Venusdurchgangs": Durch exakte astronomische Vermessungen des Durchgangs der Venus vor der Sonnenscheibe von verschiedenen Punkten der Erde wollte man die Entfernung der Sonne zur Erde genau bestimmen. Cook brachte mit einem zur HMS Endeavour umgebauten Kohletransporter Astronomen nach Tahiti, wo der Durchgang am 3. Juni 1769 beobachtet werden konnte.

Im Bild: Ein Sammelalbum mit Rindenbaststoffen (1787)

Foto: APA/Angelika Warmuth

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Bei dieser Reise, auf der u.a. die beiden Botaniker Joseph Banks und Daniel Solander bedeutende Entdeckungen machten, gelang auch die Kartographierung von Neuseeland und Teilen Australiens. Angeblich wurde dabei erstmals von einem Europäer ein Känguru gesichtet. Cook brachte seine Mannschaft, keineswegs selbstverständlich in jener Zeit, wohlbehalten wieder zurück - was seinen Ruhm mehrte und die Admiralität dazu brachte, ihn schon bald wieder auf See zu schicken.

Im Bild: Eine Galauniform eines Capitains der Royal Navy (1774)

Foto: APA/Angelika Warmuth

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Zweite Reise (1772-1775): Das bereits auf der ersten Reise gescheiterte Vorhaben, einen angeblich vorhandenen Südkontinent, die "Terra Australis Incognita Magellanica", zu finden, musste auch diesmal scheitern.

Im Bild: Ein Modell der HMS Resolution (1967) mit der James Cook bei seiner zweiten und dritten Reise segelte

Foto: APA/Angelika Warmuth

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Auf den zwei Schiffen, der HMS Resolution und der HMS Adventure, waren u.a. der deutsche Naturforscher Johann Reinhold Forster und sein Sohn Georg mit dabei und brachten neben reichen Erkenntnissen in Botanik und Zoologie auch jene umfangreiche "Kuriositäten-Sammlung" mit nach Europa, die die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen begründete.

Im Bild: Anthropomorphe Masken (1775) aus Nootka

Foto: APA/Angelika Warmuth

Die Reise, die u.a. nach Neuseeland, zu den Tonga-Inseln und den Osterinseln führte, wurde u.a. durch den Maler William Hodges in großen Ölgemälden dokumentiert. Wieder gelangte die Besatzung fast vollständig zurück nach England.

Im Bild: Federmantel - Hawai’i, um 1775

Foto: Ethnographische Sammlung am Historischen Museum Bern

Dritte Reise (1776-1780): An Bord der HMS Resolution und der HMS Discovery segelte man zunächst nach Süden, gelangte über Tasmanien und Neuseeland zu den Cook-Inseln und entdeckte auf der von Maler John Webber dokumentierten Reise Hawaii. Auf der Suche nach der Nordwestpassage nahm man Nordkurs und geriet in der Beringstraße ins Packeis.

Im Bild: Figur des Gotts Lono - Hawai'i, um 1770

Foto: New Orleans Museum of Art

Wieder nach Hawaii zurückgekehrt, gerieten Cook und seine Mannschaft am 14. Februar 1779 aus nicht restlos geklärten Umständen in eine tätliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Kapitän ums Leben kam. Unter neuem Kommando segelte die Expedition wieder nordwärts, wo man neuerlich am Packeis scheiterte. Lange vor der Rückkehr der Schiffe im Oktober 1780 war bereits die Nachricht vom Tod des Kapitäns James Cook in England eingetroffen. (red/APA)

Im Bild: Gemälde von Johann Joseph Zoffany (1733—1810): Der Tod des Captain Cook am 14. Februar 1779.

Foto: National Maritime Museum, London, Greenwich Hospital Collection