Eigentlich noch Tag Eins, aber getanzt wurde länger als bis Mitternacht: Österreichs Botschafter Michael Rendi in Israel (rechts im Bild) lud Dienstag Abend in seine Residenz in Tel Aviv. Rund 400 Nachkommen von österreichischen Überlebenden des Holocaust tanzten am "Red-White-Clubbing". Es war der zweite Tag des Arbeitsbesuchs des Vizekanzlers und Finanzministers Josef Pröll (ÖVP) in Israel.

Das Fest stand im Zeichen des 150. Geburtstags Theodor Herzls, dem Begründer des Zionismus. Herzl wurde am 2. Mai 1860 in Budapest geboren.

Credit: photonews.at/Georges Schneider

Aufgelegt hat nicht Pröll, sondern Electric Indigo (links im Bild), international gefragter DJ aus Wien. Susanne Kirchmayr ist außerdem Musikproduzentin und Initiatorin der ersten Datenbank für weibliche DJs und Producerinnen.

Organisiert hatte das Clubbing Prölls Sohn Alexander. Der hatte von seinem Vater zum 20. Geburtstag ein Reise nach Israel geschenkt bekommen.

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Erste Station am nächsten Tag war das Herzliya Hebrew Gymnasium in Tel Aviv. Die Herzliya-Schule wurde 1905 - noch unter Türkenherrschaft - in Jaffa gegründet und ist damit das erste jüdische Gymnasium der Welt. Die antike Handelsstadt Jaffa gilt als Ursprung Tel Avivs und war die erste Anlaufstelle der Zionisten.

1909 zog die Schule in die Herzl-Straße in Tel Aviv ein. Jaffa gehört heute zu Tel Aviv. Der vollständige Name der knapp 400.000-Einwohner-Stadt Tel Aviv lautet heute "Tel Aviv-Jaff".

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Schülerin Shani Appelberg, knappe 17 Jahre alt. Ihre Großeltern kamen aus Russland nach Israel. "Wir leben heute in einer permanenten Bedrohung", sagt Shani. "Wir brauchen Unterstützung durch das Ausland." Die Vereinten Nationen habe sich bisher durch Ohnmacht ausgezeichnet, die Verantwortung liege bei internationalen Regierungen: "It's up to you guys", sagt sie Shani.

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Der nächste Stopp erfolgte in Vereinigung der Pensionisten aus Österreich in Israel.

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Gideon Eckhaus, Vorsitzender der Alt-Österreicher in Tel Aviv, dahinter Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und des Allgemeinen Entschädigungsfonds in Wien.

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In der Stadt Sderot, letzte Station vor der Rückreise nach Wien, traf Pröll auf Michael Eitan, Minister für die Verbesserung der Regierungsdienste (links im Bild) und der Bürgermeister von Sderot, David Bouskila (rechts im Bild).

In der wenige Kilometer vom Gazastreifen entfernten Stadt schlugen seit 2001 8000 Kassam-Raketen ein, sagt Bürgermeister Eli Moyal. Eine Rakete pro Monat zähle zur Normalität, so das Stadtberhaupt.

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Als radikale Palästinenser vor sieben Jahren erstmals Kassam-Raketen einsetzten, reichten diese lediglich drei Kilometer weit. Inzwischen können die Raketen eine Distanz von zehn Kilometern zurücklegen.

25.000 Einwohner zählt die Stadt, 6.000 Menschen seien in den vergangenen vier Jahren weggezogen, sagt Moyal. Die Bewohner hätten eine gewisse Routine im Umgang mit der ständigen Bedrohung entwickelt, dennoch: "Viele werden wahnsinnig. Aber wir wissen nicht, wohin mit dem Ärger."

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Auf diesem Foto überreicht Eli Moyal Vizekanzler Pröll eine stählerne Blume. Das Material stammt aus Überresten einer in Sderot eingeschlagenen Kassam-Rakete. (fin, derStandard.at, 28.5.2010)

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