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Foto: AP/Jens Meyer

Im Standardwerk für Automechaniker und HTL-Kfz-Techniker Fachkunde für Kraftfahrzeugmechaniker (Europa Lehrmittelverlag Wuppertal-Barmen, 15. Auflage 1971) findet sich zwar noch nicht das Wort Katalysator, aber immerhin der Begriff "Abgasanalysator". Es gab also bereits ein Gerät, das die Messung der Abgaszusammensetzung erlaubte. Die Abgasbeschaffenheit wurde über sein Wärmeleitvermögen ermittelt, kurzum: ob der Motor fett oder mager lief. Die Umwelt war dabei noch nicht das Thema, vielmehr ging es darum, ein Optimum zwischen Verbrauch und Leistung zu erzielen.

Doch es gab ein eigenes Kapitel, das "Bekämpfung der Luftverunreinigung" lautete. So wird darauf hingewiesen, dass am 1. April 1963 in den USA "der Einbau von Anlagen zur Verminderung schädlicher Gase, vor allem unverbrannter Kohlenwasserstoffe, die durch die Entlüftung der Kurbelgehäuse in die Luft gelangen, in allen neuen Pkw vorgeschrieben" wurden.

Auch eine Vorahnung des Katalysators gab es bereits: "Mit zunehmendem Erfolg wird bereits an der Entwicklung von Geräten gearbeitet, welche die Kohlenwasserstoffe und das Kohlenoxid der Abgase weitgehend unschädlich machen. Man erwartet, dass mit diesen Maßnahmen die durch Fahrzeugmotoren verursachten Verunreinigungen der Luft um 30 bis 35 Prozent abgesenkt werden können."

Von Stickoxiden war noch nicht die Rede. Dass es einmal gelingen würde, den Schadstoffausstoß um mehrere hundert Prozent abzusenken, konnte man damals noch nicht ahnen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/2.07.2010)