Wien - Ein von Anlegeranwälten in Auftrag gegebenes Gutachten sieht den von der Bank Austria/UniCredit initiierten Primeo-Fonds nicht auf den Cayman Islands, sondern in Österreich beheimatet, "berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner Montagsausgabe. Teilt das Gericht diese Rechtsansicht, würde letztlich die Bank für die Verluste haften. "Primeo" soll beim US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff rund zwei Mrd. Dollar (1,59 Mrd. Euro) verloren haben, zahlreiche Klagen Geschädigter laufen. Die Bank Austria sieht sich selbst als Madoff-Opfer.

Gutachter ist Unternehmensrechtler Thomas Ratka von der Uni Wien. Er kommt zum Schluss, dass "eine nach dem Recht der Cayman Islands gegründete Limited, wie die Primeo Fund Limited, die ihren tatsächlichen Hauptverwaltungssitz in Österreich hat, aus österreichischer Sicht nicht als nach dem dortigen Recht als rechtsfähig anzuerkennen" sei.

Für Anlegervertreter Dieter Böhmdorfer trifft in diesem Fall "denjenigen die Haftung, der diese Gründung herbeigeführt hat", die "Bank Austria wäre dem Grunde nach für den ganzen Primeo-Komplex verantwortlich". Die Anleger wollen sich für ihre Madoff-Verluste durch Klagen an der Bank Austria schadlos halten.

Für die Bank ist die Argumentation "weder nachvollziehbar noch schlüssig", sie verwies gegenüber der Zeitung darauf, dass sie selbst Opfer der Milliardenbetrügereien Madoffs sei. (APA)